Heute geht es in unserem Pixel Sundays Artikel um Pinocchio, die bekannte Puppe aus Kinderbüchern und Märchen. In Lies of P wird Pinocchio mit Soulslike gekreuzt und so entsteht ein absurder Mix, der grandios funktioniert. Die Spielwelt ist dementsprechend voller Puppen, aber auch Blut, Öl, Lügen und kaputte Menschlichkeit sind Teil des Spiels. Das Spiel spiet in der zerfallenen Metropole Krat. Außerdem hat das Spiel absolut keine Disney Stimmung sondern bietet eine Belle Époque Optik, Horror Atmosphäre und melancholische Endzeit. Im Mittelpunkt der Geschichte steht P, der nach Geppetto sucht und dabei immer menschlicher wirkt.
Zusammenfassung
- Von Pinocchio zu Lies of P – Ein Märchen wird zum Soulslike
- Krat – Die schöne Stadt, die längst verloren ist
- Mehr als Dark Souls mit Pinocchio – Warum das Gameplay funktioniert
- Bosse, Puppen und Schmerz – Wenn Lernen zur Belohnung wird
- Lügen, Menschlichkeit und mehrere Enden – Die Story hinter dem Stahl
- Overture und der Erfolg – Lies of P ist kein Geheimtipp mehr
- Fazit – Lies of P ist das Märchen, das Soulslikes gebraucht haben
Das Spiel nutzt bekannte Pinocchio Motive: Lügen, Menschlichkeit, Geppetto, Puppen und Identität. Dazu kommen klassisch Soulslike Elemente wie harte Bosse, präzises Timing und gefährliche Gegner in düsteren Level. Obwohl Lies of P erst 2023 erschienen ist, wirkt es schon jetzt wie ein moderner Klassiker. Das Spiel konnte einen großen Erfolg erzielen mit starken Bewertungen und einem großen Wiedererkennungswert. Erst im letzten Jahr erschien noch ein neuer DLC für Lies of P die als Prequel dient und die Story um einiges erweitert. Hier gehen wir nochmal auf jedes Element des Spiels ein und warum es so erfolgreich war.
Von Pinocchio zu Lies of P – Ein Märchen wird zum Soulslike
Lies of P basiert lose auf dem Abenteuer des Pinocchio, jedoch nicht in Form eines klassischen Märchen, sondern als düsteres Soulslike. Auch wenn Pinocchio wie eine absurde Vorlage gilt, passt es überraschend gut zu einem Soulslike. Die Vorlage ist die Puppe Pinocchio, die menschlich werden will. Das ist auch die Kernfrage von Lies of P: Was macht eine Puppe menschlich? P, wie Pinocchio im Spiel genannt wird, ist keine laute Märchenfigur, sondern eine stille Hauptfigur zwischen Maschine, Werkzeug und Mensch. Dieses Setting passt gut zum eher dunklen Souls-Like-Genre, in dem es oft um Themen wie Identität, Verfall, Schuld und verlorener Menschlichkeit geht.
Die Welt in Lies of P ist nicht märchenhaft schön, sondern krank, brutal und fast tot. Krat, der Ort, an dem das Spiel spielt, wirkt wie ein Ort, an dem Fortschritt, Technik und Stolz komplett außer Kontrolle geraten sind. Auch der bekannte Geppetto wird nicht nur als liebevoller Vater gelesen, sondern als zweifelhafte Figur mit Kontrolle, Verlust und Besessenheit. Puppen sind nicht nur Spielzeuge, sondern Soldaten, Diener, Killer und tragische Wesen. Die Welt wirkt düster: Eine Puppe soll Befehle befolgen, aber P beginnt, eigene Entscheidungen zu treffen. Besonders spannend ist natürlich das Lügen-Motiv, welches im Spiel relevant ist, auch wenn die Nase nicht unbedingt wächst.
Im Original ist Lügen meist eine moralische Schwäche, doch in Lies of P kann eine Lüge menschlich wirken. Denn manchmal ist eine Lüge nicht böse, sondern empathisch, tröstend oder notwendig. Also dreht sich hier der Spieß um. Nicht die Wahrheit macht P menschlicher, sondern gerade die Fähigkeit zu lügen. Das passt perfekt zur Frage, ob Menschlichkeit nur aus Regeln besteht oder aus Gefühl, Mitgefühl und freiem Willen. Das Spiel beinhaltet viele dunkle Themen und übersetzt sie in Bosskämpfe, Horrorbilder und eine kaputte Stadt. Deshalb wirkt die Vorlage nicht wie ein Gag, sondern wie ein überraschend logischer Soulslike Stoff.
Krat – Die schöne Stadt, die längst verloren ist
Krat ist keine märchenhafte Fantasy-Welt, sondern eine elegante, industrielle Stadt mit starkem Belle Époque Einschlag. Die offizielle Beschreibung nennt Krat eine einst schöne Stadt, die jetzt zum Albtraum geworden ist, voller Wahnsinn, mörderischer Puppen und Seuchen. Die Stadt war einst reich, modern und stolz auf ihre Technik. Denn die Puppen waren fester Teil des Alltags, sie waren Diener, Arbeiter, Wächter, für die Unterhaltung zuständig und auch ein Statussymbol. Die Stadt ist am Ende zusammengebrochen, da die eigene Schöpfung sich gegen die Menschheit gewendet hat. Statt Burgen und Drachen gibt es Bahnhöfe, Hotels, Fabriken, Theater, Straßen, Villen und Ausstellungsgebäude.
In der Stadt sieht man einen großen Kontrast zwischen schöner Architektur und Blut, Rost, Leichen, Öl und kaputte Maschinen. Viele Orte wirken wie frisch verlassen. Dadurch entsteht das typische Soulslike Gefühl, denn man sieht nicht alles direkt und die Umgebung erzählt die Geschichte mit. Die zerstörten Räume oder bestimmte Gegner sagen oft mehr als lange Dialoge. Krat Central Station ist ein guter Startpunkt, weil man direkt in eine Stadt zurückkehrt, die bereits verloren ist.
Im Spiel kommt man zu vielen Orten in der Stadt wie ein Hotel, Fabrik-Bereiche oder auch das Opernhaus. Jeder Bereich zeigt eine eigene Seite der Stadt. Die Stadt ist nicht nur eine Kulisse für Bosskämpfe, sondern sie erzählt noch viel viel mehr. Krat sieht oft wunderschön aus, aber nie lebendig. In Lies of P kämpft man nicht nur durch eine Stadt. Man läuft durch die Überreste eines Traums, der an seinen eigenen Maschinen zerbrochen ist.
Mehr als Dark Souls mit Pinocchio – Warum das Gameplay funktioniert
Lies of P nutzte klare Soulslike Grundlagen. Die Gegner sind hart, Ressourcen knapp, es gibt Checkpoints, Abkürzungen, Bosskämpfe und wenn man stirbt verliert man sein Ergo (Seelen). Die Checkpoints heißen Stargazer. Dort heilt man sich, füllt Ressourcen auf, reist schnell und startet nach dem Tod neu. Mit seinem Ergo kann man Leveln und Items kaufen. Jedoch wirkt das Spiel nicht wie ein Soulslike Klon, denn der Kampf hat seinen ganz eigenen Rhythmus. Man muss die Angriffe der Gegner wirklich lernen, denn es geht weniger um Ausweichen. Das geht zwar auch, aber der Fokus der Kämpfe liegt auf Blocken und Perfect Guard.
Perfect Guard heißt das Blocken im richtigen Moment, dadurch gerät der Gegner ins Wanken und man kann sogar seine Waffe beschädigen. Es bringt also nichts die ganze Zeit nur zu Panik-Rollen. Sondern man muss Animationen lesen und das Timing verstehen. Dadurch wirkt Lies of P wie ein Mix aus Dark Souls, Bloodborne und Sekiro. Von Dark Souls kommt das vorsichtige Erkunden und Ressourcenmanagement. Von Bloodborne kommt das aggressive Spielgefühl und die düstere, gotische Stadt Atmosphäre. Und von Sekiro der Fokus auf Timing, Parieren und Brechen der gegnerischen Haltung. Trotzdem bleibt Lies of P langsamer und schwerer als Sekiro, aber direkter als viele klassische Soulslikes.
Ein großer eigener Punkt ist das Waffensystem im Spiel. Denn deine Waffen bestehen aus Klingen und Griff, die getrennt kombiniert werden können. Die Klinge bestimmt Schaden, Gewicht und Eigenschaften, wohingegen der Griff das Moveset, Skalierung und Spielgefühl beeinflussen. Dadurch kann man zum Beispiel eine schwere Klinge mit einem Griff kombinieren, der gut zum eigenen Spielstil passt.
Dazu kommt noch der Legion Arm, ein mechanischer Arm mit Spezialfunktionen. Damit kann man beispielsweise ziehen, schießen, blocken, verbrennen oder elektrische Angriffe auslösen. Dadurch hat P nicht nur eine Waffe, sondern erweitert sich wie eine wandelnde Maschine immer weiter. Lies of P ist vertraut genug, damit Soulslike Fans sofort wissen, was sie tun müssen, bietet aber auch einige neue Features, die zeigen, dass es kein einfacher Dark Souls Klon ist. Das Gameplay funktioniert, weil es seine Vorbilder offen zeigt, aber nicht bei ihnen stehen bleibt.
Bosse, Puppen und Schmerz – Wenn Lernen zur Belohnung wird
Die Bosskämpfe sind einer der Hauptgründe warum Lies of P so stark hängen bleibt. Viele der Bosse wirken beim ersten Versuch brutal, hektisch oder sogar unfair. Doch mit jedem Versuch erkennt man mehr und mehr das Angriffsmuster, Pausen, Rhythmus und sichere Momente zum Angreifen oder Heilen. Also das klassische Soulslike gefühl, erst Panik, dann verzweiflung und dann ein lerneffekt. Die Bosse wirken wie kaputte Maschinen und tragische Figuren, die direkte Folgen von Krats Untergang sind.
In vielen Kämpfen gibt es mehrere Phasen. In der ersten Phase lernt man oft den Grundrhythmus und dieser wird in der zweiten komplett gewechselt und man muss wieder umplanen. Dadurch entsteht Spannung, ohne dass es sich nur nach mehr Lebensbalken anfühlt. Sound und Animationen tragen enorm zur Wirkung bei. Von der Soundkulisse gibt es kreischende Zahnräder, knackende Puppenkörper und Metall, das auf Metall schlägt. Gerade die mechanischen Gegner fühlen sich unheimlich an, da sie nicht menschlich reagieren. Gleichzeitig wirken manche Bosse fast traurig, da man merkt, dass sie Teil einer gescheiterten Stadt sind.
Die Kämpfe sind also nicht nur schwer, sondern auch atmosphärisch stark und kein Sieg fühlt sich geschenkt an. Man gewinnt nur, weil man selbst besser wird und lernt. Lies of P bestraft Fehler hart, aber ein Sieg fühlt sich unfassbar gut an. Die Bosse sind befriedigend schwer, weil sie den Spieler langsam von Angst zu Kontrolle führen. Der schönste Moment in Lies of P ist oft nicht der Sieg selbst, sondern der Versuch davor, in dem man plötzlich merkt: Jetzt habe ich ihn verstanden.
Lügen, Menschlichkeit und mehrere Enden – Die Story hinter dem Stahl
Lies of P erzählt keine einfache Geschichte, sondern stellt tiefgehende Fragen wie: Was macht jemanden überhaupt menschlich? P sieht aus wie eine Puppe, handelt aber immer mehr wie ein Mensch. Menschlichkeit kommt also nicht nur durch den Körper, sondern dadurch, wie man sich fühlt und ob man menschliche Dinge tut wie zu lügen. Während der Story zeigt P mehr und mehr Mitgefühl, Zweifel und freien Willen in Form von verschiedenen Entscheidungen. Lügen werden nicht nur als grausam und manipulierend benutzt, sondern auch als Lüge, um jemanden zu trösten oder zu schützen. Dadurch ist Wahrheit nicht automatisch gut und Lüge nicht automatisch böse.
Dieses Lügen passt perfekt zur dünsten Welt von Krat, in der einfache Moral kaum noch funktioniert. Und das alles, obwohl P als Puppe eigentlich gehorchen soll. Die Story nutzt damit die Pinocchio-Vorlage clever, aber deutlich moderner und düsterer. Viele verschiedene Figuren im Spiel geben der Welt emotionale Tiefe und zeigen ein letztes bisschen Hoffnung in der sonst so finsteren Welt. Viele der Personen findet man im Hub, dem Hotel Krat, wieder. Außerdem bietet das Spiel mehrere Enden, die das System der Lüge weiter verstärken. Je nachdem, wie man mit Wahrheit, Lügen und Geppettos Wunsch umgeht, verändert sich der Ausgang.
Du bist selbst aktiv daran beteiligt, in welche Art von Mensch oder Puppe sich P am Ende entwickelt. In Lies of P ist Menschlichkeit keine Belohnung, die man am Ende bekommt, sondern etwas, das man unterwegs immer wieder beweisen muss. Die Story läuft neben dem spannenden und Anspruchsvollen Soulslike als starkes Extra. Jeder Kampf, jede Entscheidung und jede Begegnung stellt wieder dieselbe Frage: Ist P nur eine sehr gute Maschine oder längst mehr als das?
Overture und der Erfolg – Lies of P ist kein Geheimtipp mehr
Im Jahr 2023 war Lies of P noch ein Überraschungshit, doch mittlerweile ist es schon eine Etablierte Soulslike Marke. Im März 2026 wurde das Spiel offiziell über 4 Millionen Mal verkauft. Das sind für eine neue Soulslikee IP, ohne FromSoftware Namen ein starkes Signal. Das Spiel war vor allem nicht nur am Anfang im Hype, sondern wurde jährlich immer weiter gekauft. Im Jahr 2025 erschien der DLC Lies of P: Overture, welcher die Welt deutlich erweitert hat. Overture erschien am 6. Juni 2025 direkt nach der Ankündigung und ist ein Prequel zum Spiel. Der DLC führt zurück nach Krak, kurz vor der Puppet Frenzy Katastrophe.
Im Hauptspiel kennt man Krat nur als Ruine, doch mit Overture sieht man stärker, wie die Stadt einmal war und was kurz vor dem Zusammenbruch verloren ging. Dadurch gibt es einen schönen Kontrast zwischen früher und dem aktuellen. Inhaltlich geht es nicht nur um neue Gebiete, sondern um mehr Hintergrund zur Stadt, ihren Figuren und der kommenden Katastrophe. Außerdem macht Overture Krat tragischer, weil man besser versteht, was überhaupt verloren wurde. Mit dem DLC kamen natürlich auch neue Gegner, Bosse, Waffen und zusätzliche Systeme dazu. Besonders interessant sind die neuen Schwierigkeiten Optionen, die zusammen mit Overture eingeführt wurden.
Dadurch kam es natürlich wieder zur altbekannten Soulslike Diskussion ob Spiel für alle gleich schwer sein muss. Doch durch diese Option wurde das Spiel für mehr Spieler zugänglich gemacht. Das Spiel wirkt wie der Anfang einer größeren dunklen Märchenreihe. Nach Pinocchio könnten theoretisch auch andere bekannte Vorlagen in so eine düstere Soulslike Richtung gehen. Aus „Dark Souls mit Pinocchio“ wurde eine eigene Marke mit Welt, Stil und Zukunft. Lies of P begann als kuriose Idee, doch spätestens mit Overture und vier Millionen Verkäufen ist klar: Dieses Märchen ist noch nicht vorbei.
Fazit – Lies of P ist das Märchen, das Soulslikes gebraucht haben
Lies of P hätte sehr leicht wie ein seltsamer Witz wirken können. Ein düsteres Soulslike über Pinocchio klingt erstmal nach einer Idee, die mehr durch ihre Absurdität auffällt als durch echte Substanz. Doch genau das Gegenteil ist passiert. Neowiz und Round8 haben aus der bekannten Vorlage kein billiges Märchen-Remake gemacht, sondern ein eigenständiges Action-RPG über Lügen, Menschlichkeit, Gehorsam und den schmalen Grat zwischen Maschine und Seele. Krat ist dabei mehr als nur eine hübsche Kulisse. Die Stadt fühlt sich an wie ein verlorener Traum aus Stahl, Öl und Blut, in dem jede Straße und jeder Bosskampf zeigt, wie weit eine Zivilisation fallen kann.
Es nimmt vertraute Soulslike Elemente, kombiniert sie mit starkem Timing, eigenen Waffensystemen, emotionalen Figuren und einer Welt, die lange im Kopf bleibt. Mit Overture und dem großen Erfolg der Marke wirkt Lies of P inzwischen nicht mehr wie ein einzelnes Experiment, sondern wie der Anfang von etwas Größerem. Es ist vertraut genug für Fans des Genres, aber mutig genug, um eine eigene Identität zu haben. Aus Pinocchio wurde kein echter Junge, sondern etwas vielleicht noch Spannenderes: ein modernes Soulslike Märchen, das zeigt, wie viel Leben in einer kaputten Puppe stecken kann.
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