Heute sprechen wir in unserem Pixel Sundays Artikel über den Taktik-Shooter Hell Let Loose. Ein Spiel, das sich deutlich von Battlefield oder Call of Duty unterscheidet. Im Spiel kämpfen 100 Spieler in großen Schlachten gegeneinander. Besonders ist, dass Kommunikation, Squads, Commander und Logistik genauso wichtig sind wie gutes Aim. Doch das Spiel war nicht immer so groß wie es jetzt ist, denn alles startete als kleines Kickstarter-Projekt zum Zweiten Weltkrieg.
Zusammenfassung
- Vom Kickstarter-Projekt zum Hardcore-Shooter
- Warum Hell Let Loose anders spielt als andere Shooter
- Vom Indie-Erfolg zur eigenen Multiplayer-Marke
- Hell Let Loose: Vietnam bringt den Krieg in den Dschungel
- Helikopter, Tunnel und neue Wege über das Schlachtfeld
- Die Zukunft von Hell Let Loose
- Fazit: Hell Let Loose bleibt seiner DNA treu und entwickelt sie weiter
Über mehrere Jahre entwickelte sich das Hell Let Loose zu einer der bekanntesten Marken im Bereich taktischer Multiplayer-Shooter. Seit Hell Let Loose: Vietnam geht das Franchise sogar über den Zweiten Weltkrieg hinaus. In Vietnam werden viele Systeme übernommen, aber durch Dschungel, Helikopter, Tunnel und andere Waffen ändert sich das Spielgefühl. Am Ende gucken wir noch auf die Zukunft des Franchises.
Vom Kickstarter-Projekt zum Hardcore-Shooter
Entwickelt wurde das Spiel am Anfang von Black Matter, welches erst im Jahr 2015 gegründet wurde. Zunächst war geplant, Hell Let Loose für den PC zu entwickeln. Schon damals war die Grundidee große Multiplayer-Lobbys mit 100 Spielern, also 50 gegen 50 Spieler. Statt einer kleinen Arena wollte man große Frontlinien mit Infanterie, Panzern und Artillerie. Die Entwickler wollten den zweiten Weltkrieg möglichst glaubwürdig darstellen mit einem Fokus auf Squad-Kommunikationen. Doch trotz des gewünschten Realismus wollte man das Spiel zugänglicher lassen als andere Militärsimulationen.
Am 30. August 2017 startete ein Kickstarter, um die Entwicklung des Spiels zu finanzieren. Das Finanzierungsziel waren 136.000 AU$ und nach nur 24 Stunden war bereits fast die Hälfte finanziert. Nach nur wenigen Tagen wurde das komplette Ziel erreicht. Nach 30 Tagen wurden 308.368 AU$ von 5.284 Unterstützern gesammelt. Durch dieses Geld wurden auch einige Stretch Goals erreicht, wodurch weitere Maps, leichte Panzer, mobile Artillerie, Antipersonenminen und Flammenwerfer dazu kamen.
Die Kickstarter-Roadmap sah ursprünglich vor, das Spiel im Q2 2018 auf Steam im Early Access zu veröffentlichen. Dieser Termin konnte leider nicht eingehalten werden, wodurch Hell Let Loose am 6. Juni 2019 im Early Access auf Steam veröffentlicht wurde. Das zeigt, wie stark der Umfang und die Entwicklung durch die Extra-Features des Kickstarter anwachsen. Im November 2018 wurde die Partnerschaft mit Team17 angekündigt. Team 17 übernahm das Publishing. Die Karten wurden auf Basis historischer Luftaufnahmen und Satellitendaten gebaut. Die Schlachtfelder sind teilweise sogar im 1:1 Maßstab errichtet worden.
Warum Hell Let Loose anders spielt als andere Shooter
In Hell Let Loose kämpfen zwei Teams mit jeweils 50 Spielern gegeneinander. Die Teams sind in mehrere Squads aufgeteilt und jeder Squad Leader führt eine Einheit an. Darüber steht der Commander, der nur mit den Squad Leadern kommuniziert. Dadurch hat man klare Befehlsketten und es kommen echte Taktiken zum Einsatz. Um das ganze zu organisieren gibt es mehrere Voice-Kanäle, einen für den Squad, einen für Command und einmal lokale Kommunikation. Man muss Informationen tatsächlich weitergeben, um einen Schlachtplan zu erstellen. Gegenpositionen, Panzer oder Spawnpunkte werden gemeldet.
Im Spiel gibt es über ein Dutzend spezialisierte Rollen. Der Rifleman beispielsweise ist ein normaler Infanterist. Der Maschine Gunner gibt Unterdrückungsfeuer, der Medic versorgt verwundete, der Engineer errichtet Nodes und Verteidigungspunkte, der Support liefert wichtige Supplies, Anti-Tank bekämpft Fahrzeuge, Recon operiert mit Spotter und Sniper. Panzerbesatzungen bilden eigene Einheiten. Manche Rollen sind innerhalb eines Squads limitiert, wodurch nicht jeder die gleichen Waffen wählen kann.
Die Karten bestehen aus mehreren Sektoren, das heißt, man kämpft nicht einfach um einzelne Flaggen, sondern um eine ganze Front, die sich während einer Partie verschiebt. Mit der Zeit baut man sich neue Spawnpunkte für das Team auf, wodurch man wichtige Zeit sparen kann. Die Gegner werden versuchen, die Garnisonen, wo man Spawnen kann, zu zerstören, denn um solche Strukturen zu errichten, benötigt man limitierte Supplies. Der Commander bekommt mit der Zeit Ressourcen, die er ausgeben kann, um das Team zu unterstützen. Er kann Bombing Runs, Supply Drops oder zusätzliche Fahrzeuge anfordern. Eine gut organisierte Logistik kann eine Schlacht entscheiden.
Die Kämpfe in Hell Let Loose sind brutal, oft reicht ein einziger Treffer, um einen Gegner zu töten oder selbst getötet zu werden. Man bekommt also kaum Hinweise darauf, wo ein Gegner sitzt, denn oft kommen Schüsse aus großen Entfernungen. Man selbst muss darauf achten, immer Deckung zu nutzen, denn rennen über ein offenes Feld kann extrem gefährlich sein. Eine einzelne Artillerie kann komplette Angriffe stoppen. Auch Panzer sind gefährlich und sie brauchen einen ganzen Squad um zu funktionieren. Doch ohne die richtige Unterstützung kommt auch ein Panzer nicht weit.
Vom Indie-Erfolg zur eigenen Multiplayer-Marke
Rund zwei Jahre nach dem Steam Early Access erschien die Vollversion im Juli 2021. Mit der Vollversion kam die Ostfront mit ins Spiel und die Sowjetunion wurde eine neue spielbare Fraktion. Zusätzlich kamen neue Waffen, Fahrzeuge und historische Schlachtfelder. Im Oktober 2021 folgten noch Ports für die PlayStation 5 und Xbox Series. Zwischen den beiden Konsolen ist Crossplay möglich, aber nicht PC und Konsole.
Auch nach dem Release wurde Hell Let Loose kontinuierlich erweitert. Zentral blieb die Westfront, doch auch im Osten kam noch was dazu. Mit der Zeit kamen noch britische Streitkräfte. Außerdem erweiterte Nordafrika die Umgebung mit neuen Fahrzeugen, Waffen, Uniformen und Maps. Auch bestehende Maps wurden später noch überarbeitet. Zusätzlich veränderten sich über die Jahre Gameplay- und Balancing-Systeme. Bis Ende 2022 sind bereits 13 große kostenlose Content-Updates erschienen.
Am 6. Januar 2022 übernahm Team17 vollständig die IP in einem Kauf von Black Matter. Das Spiel wurde für 31 Millionen Pfund gekauft, 19,75 Millionen in bar und die anderen 11,25 Millionen in Aktien. Dieser Wert ist extrem bemerkenswert für ein Spiel, das wenige Jahre vorher durch 308.000 AU$ über Kickstarter finanziert wurde. Team17 wollte aus dem Spiel einen großen Multiplayer-Shooter machen. Im Jahr 2023 wurde Expression Games als Co-Development-Studio angekündigt und anschließend zog sich Black Matter aus dem Projekt zurück.
Auch nach vielen Jahren wurde Hell Let Loose noch erweitert. Im Juni 2026 erschien das Update 20, welches die neue Map Juno Beach ins Spiel brachte. Außerdem wurden kanadische Streitkräfte eingeführt. Außerdem kamen neue Waffen, Fahrzeuge und Uniformen. Außerdem wurden die Panzer-Mechaniken überarbeitet. Dazu kamen noch Balance-, Qol- und Bugfixes. Auch in der Zukunft sollen noch weitere Updates für das originale Hell Let Loose kommen.
Hell Let Loose: Vietnam bringt den Krieg in den Dschungel
Am 20. August 2025 kam die Ankündigung für Hell Let Loose: Vietnam. Die Präsentation kam während der Future Games Show. Entwickelt wurde dieses Spiel von Expression Games und es handelt sich um ein eigenständiges Spiel und kein DLC zum WW2-Hell-Let-Loose. Das Spiel wurde am 13. August 2026 für PC, PS5 und Xbox Series veröffentlicht. Die Entwickler bezeichnen Vietnam als nächstes Kapitel der Reihe. Das Ziel ist es, die Hell Let Loose DNA zu bewahren und in einen komplett anderen Krieg zu übertragen.
Weiterhin bietet Hell Let Loose: Vietnam 50 gegen 50 Kämpfe mit Commander-Struktur. Es gibt weiterhin mehrere Squads mit verschiedenen Spezialisten. Neu sind eigene Helikopter-Einheiten auf der US-Seite. Aktuell gibt es 17 unterschiedliche Rollen im Spiel. Zusätzlich bietet das Spiel neue alternative Modi wie Warfare und Offensive.
Zum Release von Vietnam gab es sechs große Maps, welche alle von realen Schauplätzen bzw. Ereignissen inspiriert sind. Dich erwarten folgende Maps:
- Thanh Hóa Bridge: Eine Map mit der berühmten “Dragon’s Jaw”- Brücke. Auf der Karte sind viele Flussübergänge und bergiges Gelände.
- Huế Outskirts: Eine Map mit Bergen, Terrassenfelder und dichtem Dschungel. Außerdem bietet sie Industriegebiete und Wasserwege.
- Vạn Tường: Eine Map mit Dörfern und Dschungel und ein großes Flussnetz.
- Quảng Ngãi: Diese Map ist besonders, denn sie wurde von einem Monsun überflutet und ist großteils zerstört. Auf der Karte findet man Klippen, Höhlen und Bambuswälder.
- Đắk Tô Airfield: Diese Map bietet einen deutlich offeneren Bereich. Es handelt sich um eine große Map mit einem langen Flugplatz im Mittelpunkt.
- Cam Ranh Port: Die letzte Map, die es aktuell gibt, ist ein militärischer Hafen mit Industriegebieten und großen Wasserflächen.
Mit Hell Let Loose Vietnam verändert sich die Atmosphäre und die Gefechte. Der dichte Dschungel reduziert die Sichtweite und die Vegetation bietet viel mehr Versteckmöglichkeiten. Dadurch spielen Hinterhalte eine größere Rolle. Durch die Berge kommen vertikale Kämpfe hinzu und Flüsse werden ein wichtiger Teil des Schlachtfeldes. Durch den anderen historischen Kontext sind die Waffen moderner und es gibt mehr automatische Waffen. Außerdem sind Mörser eine eigene neue Einheit.
Helikopter, Tunnel und neue Wege über das Schlachtfeld
Im ursprünglichen Hell Let Loose gibt es keine steuerbaren Flugzeuge, doch in Vietnam kann man erstmals selbst Helikopter steuern. Auf der US-Seite gibt es eigene Helikopter-Einheiten mit Piloten und Logistik-Offizieren. Die Helikopter können sowohl Truppen transportieren als auch Nachschub liefern oder Unterstützungsfeuer leisten. Dadurch kann man schneller zur Front gelangen, doch Landestellen müssen gesichert werden, sodass man nicht in einen Hinterhalt gerät.
Die Vietnamesische Seite erhält keine identischen Systeme wie die Helikopter. Dafür können von ihnen Tunnel Netzwerke gebaut werden, wodurch Einheiten verdeckt verlegt werden können. Dadurch kann man Überraschungsangriffe starten und für die Gegner ist auch ein eben noch gesicherter Bereich eine Gefahr. Das heißt, beide Seiten haben ihre Vorteile. Die US-Streitkräfte bieten eine hohe Mobilität und starke Helikopter. Dafür hat die NVA Tarnung, Gelände, Tunnel und Guerrilla-Taktiken.
Viele der Maps haben einiges an Wasser, egal ob Flüsse oder überschwemmte Gebiete. Um sich dort gut fortbewegen zu können, gibt es neue Patrouillenboote, die man selbst steuern kann. Dadurch werden Flüsse zu wichtigen Transportwegen. Infanterie Einheiten können nun auch schwimmen, falls gerade mal kein Boot zur Verfügung steht. Auf offenen Flüssen ist man mit Booten zwar recht sicher, aber schwimmend ist man nahezu wehrlos.
Auch die Infanterieeinheiten haben verbesserte Bewegungssysteme bekommen. Sie können neben dem Schwimmen auch besser Klettern, schneller Kriechen und man kann sogar verwundete Kameraden wegziehen. Dadurch müssen Medics nicht immer mitten im offenen Feuer wiederbeleben. Diese Bewegung passt besser zum Dschungel und den ganzen Felsen und hilft den vietnamesischen Truppen, die viel aus dem Hinterhalt angreifen. Insgesamt bietet das Spiel mehr Änderungen als nur neue Maps und Waffen.
Die Zukunft von Hell Let Loose
Bereits kurz nach dem Release von Hell Let Loose: Vietnam wurde die erste große Roadmap für die Zukunft des Spiels veröffentlicht. Die Roadmap deckt das restliche Jahr 2026 ab, parallel zu den Neuerungen in der Roadmap kommen permanent Optimierungen, Bugfixes und QOL-Updates. Einer der ersten Patches, Patch 1.2 enthielt bereits 500+ Fixes und Verbesserungen.
Das erste große, richtige Content Update erscheint im September. Dort kommen neue Waffen sowohl für die US-Kräfte mit der M14 und der NVA mit dem Typ 56 SKS. Zusätzlich kommt mit dem UH-1 Iroquois „Huey“ ein neuer Helikopter ins Spiel, dabei handelt es sich um das erste offiziell lizenzierte Fahrzeug der HLL-Geschichte. Es ist sogar geplant, dass man Radio im Huey hat, welches vom Co-Piloten gesteuert werden kann. Die Musik kann auch von außen gehört werden, wodurch man mit Pech Feinde anlocken kann.
Update 2.0, für das es noch kein genaues Release-Fenster (außer 2026) gibt, bringt die erste neue Map nach dem Launch und zwar Khe Sanh. Diese Map soll sich stark von den bisherigen Maps unterscheiden. Mit 2.0 kommen auch Australien und Neuseeland dazu, wodurch die US-Kräfte Verbündete bekommen. Zusätzlich kommen dann noch als neue Waffen die L1A1 SLR, F1 SMG und der L16A1 Mortar.
Update 3.0 bringt schon wieder eine neue Map und zwar Rung Sat mit Sümpfen und dichtem Dschungel. Außerdem bekommen beide Seiten gepanzerte Transportwagen und das ist auch der Schwerpunkt des Updates. Die NVA bekommt als zusätzliche Waffen die MAT-49 und die SVD Dragunov. US & Allies bekommen die Stoner 63 und M14 mit Zielfernrohr. Passend zur Storner 63 kommen auch Navy SEALs. Dadurch wird die US Seite zu einer immer breiteren Fraktion mit verschiedenen Einheiten.
Irgendwann im Jahr soll auch der neue Battalions Spielmodus kommen. Bei diesem hat man eine permanente Spielgruppe, wodurch der Modus besonders für Clans relevant ist. Man kann dort Statistiken verfolgen und gemeinsam Fortschritte sammeln und so neue Inhalte freischalten. Außerdem sollen noch Skins für Fahrzeuge kommen. Aber auch für das originale Hell Let Loose kommen wie schon angesprochen noch weitere Updates. Und vielleicht kommt in einigen Jahren noch ein neues Hell Let Loose, das sich mit einem ganz anderen Krieg beschäftigt.
Fazit: Hell Let Loose bleibt seiner DNA treu und entwickelt sie weiter
Hell Let Loose hat seit seinem Start als Kickstarter-Projekt eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. Aus einem vergleichsweise kleinen Hardcore-Shooter wurde über die Jahre eine etablierte Multiplayer-Marke, die sich vor allem durch Teamplay, Kommunikation und große taktische Schlachten von vielen anderen Shootern unterscheidet. Trotz neuer Fraktionen, Maps und Mechaniken ist genau diese Grundidee bis heute erhalten geblieben.
Mit Hell Let Loose: Vietnam geht die Reihe nun erstmals einen deutlich größeren Schritt. Helikopter, Tunnel, dichter Dschungel und asymmetrische Möglichkeiten der beiden Seiten sorgen dafür, dass sich die Schlachten anders spielen, ohne die bekannte Hell-Let-Loose-DNA aufzugeben. Gerade die Roadmap zeigt zudem, dass Vietnam erst am Anfang steht: Neue Maps, Fraktionen, Waffen und der Battalions-Modus sollen das Spiel in den kommenden Monaten noch deutlich erweitern.
Gleichzeitig wird auch das ursprüngliche Hell Let Loose weiterhin unterstützt. Damit existieren aktuell zwei Spiele parallel, die unterschiedliche Kriege und Spielweisen abdecken. Sollte dieser Ansatz erfolgreich sein, könnte Hell Let Loose langfristig sogar zu einer Reihe werden, die immer wieder neue historische Konflikte aufgreift – ohne dabei das taktische 50-gegen-50-Gameplay aus den Augen zu verlieren.
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