Pixel Sundays: Undertale & Deltarune – Zwei RPGs, die anders funktionieren

Sowohl Undertale als auch Deltarune sehen auf den ersten Blick klein und simpel aus. Doch diese Spiele sind so weit entfernt von simpel. Toby Fox, der Entwickler der Spiele, verbindet Retro-RPG, Bullet-Hell-Kämpfe, Humor, Musik und sehr viel Persönlichkeit. Doch natürlich bleiben wir in diesem Artikel spoilerfrei, denn die Geschichte ist das, was bei diesen Spielen zählt. Man lernt natürlich einiges über das Spiel, aber es wird keinen Story-Spoiler geben.

Zusammenfassung

Der Fokus in diesem Artikel liegt auf der Wirkung der Spiele, der Community, dem Soundtrack und dem besonderen Stil. Undertale ist aus dem Jahr 2015, aber auch heute noch relevant. Deltarune ist aus dem Jahr 2025 und Chapter 1 bis 5 sind dafür jetzt schon verfügbar. Chapter 5 ist am 24. Juni 2026 erschienen und das nächste Chapter soll 2027 erscheinen.

Undertale: Das kleine RPG, das plötzlich überall war

Zum Release von Undertale im Jahr 2015 wirkte das Spiel zuerst fast unscheinbar. Es war weder ein riesiges AAA-RPG, noch hatte es einen Hochglanz-Look oder realistische Grafik. Das Spiel wirkte eher, als wäre es aus der Zeit gefallen. Undertale war bewusst schlicht und altmodisch. Die Retro-Optik erinnerte stark an klassische RPGs im Pixel-Look, doch das war es nicht. Der Look verpasste dem Spiel seinen eigenen Charme und ließ es auf den ersten Blick sehr klein wirken. Doch dieser einfache Look war extrem wiedererkennbar und ist einer der Gründe des großen Erfolgs.

Deltarune

Das Kampfsystem wirkte anfangs simpel, man hatte ein Menü, wenn man Gegner begegnet ist und dann gab es Bullet-Hell-Elemente, bei denen man mit seinem Herz vor Projektilen ausweichen muss. Dieses System ist leicht verständlich, aber sehr ungewöhnlich umgesetzt. Man hat kein typisches Angreifen und es ist deutlich relevanter keinen Schaden zu bekommen als viel Schaden zu machen. Denn man kann immer nur eine Aktion machen, entweder greift man an, redet mit der Person oder heilt sich. Danach folgt wieder ein Angriff des Gegners. 

Außerdem hat das Spiel einen ganz bestimmten Humor, der eigentlich jedem gefällt. Es gibt viele schräge Dialoge und Figuren mit ihrer ganz eigenen, schrägen Persönlichkeit. Jede Figur wirkt eigenständig und gibt dem Spiel eine Persönlichkeit. Zusätzlich ist die Musik eine der größten Stärken des Spiels. Viele Tracks bleiben schnell im Kopf wie zum Beispiel der Song Megalovania der vielfach gecovert wurde und dadurch mehrere hundert Millionen Aufrufe hat (verteilt auf Remixes, Cover, Original und Co.).

Die Stimmung im Spiel wechselt im Spiel zwischen lustig, ruhig und emotional. Dieser Wechsel hängt oft von Entscheidungen ab, die man im Spiel treffen kann. Im Spiel wird auch mehrfach die Fourth Wall gebrochen und der Spieler direkt angesprochen. Dadurch wirkt Undertale persönlicher als viele größere RPGs. Der Reiz des Spiels lag im Überraschungseffekt, denn es kommt immer etwas Neues, was einen überrascht.

Deltarune

Das Spiel lief nicht sofort schnell an, doch durch etwas Mundpropaganda landete es plötzlich überall auf Steam, YouTube und in Fan-Communitys. Erfolgreich wurde das Spiel dann vor allem durch den Stil, Humor und die Musik. Undertale zeigte so klar, dass ein RPG auch klein und seltsam sein kann und trotzdem große Erfolge erzielen kann. Denn Undertale wurde über die Jahre über 10 Millionen Mal verkauft. Und das, obwohl das Spiel großteils von nur einem Entwickler, Toby Fox, entwickelt wurde. Toby war für das Konzept, Writing, Musik und die Umsetzung wichtig. Artworks, Animationen und visuelle Elemente kamen von Temmie Chang. Zusätzlich gab es noch weitere Helfer, die einzelne Designs/Assets gemacht haben, aber der Großteil kam von Toby und Temmie. 

Musik, Humor und Gefühl als eigentliche Hauptfiguren

Toby Fox steckt hinter dem legendären Soundtrack von Undertale und Deltarune. Die Musik läuft im Spiel nicht nur im Hintergrund, sondern ist Teil des Spielgefühls. Er sorgt für die Stimmung und viele Melodien bleiben schnell im Kopf. Jeder Boss hat seinen eigenen Soundtrack und jeder Ort einen eigenen Song, wodurch man die Lieder immer mit einem bestimmten Gefühl verbindet. Die Musik der Bosse ist passend zu deren Persönlichkeit, einige sind eher verspielt, die anderen ruhig oder emotional. Viele Motive sind sehr einfach und genau dadurch so einprägsam.

Deltarune

Doch nicht nur die Musik ist sehr besonders, auch der Humor ist ein großer Teil der Identität. Dieser ist oft trocken und direkt, manchmal aber auch komplett absurd oder albern. Viele Witze wirken wie kleine Überraschungen im Dialog. Viele der Personen bekommen durch ihren Humor schnell eine Persönlichkeit. Oft stecken hinter diesen Witzen mehr Gefühl als man zuerst erwartet. Denn durch den ganzen Humor kommen ernste Momente eher unerwartet und genau dieser Kontrast macht das Spiel besonders. Quatsch und Emotion liegen nah beieinander, wodurch die Spiele menschlicher wirken. Sie nehmen sich nicht immer ernst, aber sie nehmen Gefühle ernst.

Deltarune: Vertraut, aber nicht einfach Undertale 2

Deltarune wirkt durch den Stil sofort vertraut und man denkt an Undertale 2. Das Spiel hat den gleichen kreativen Ursprung, die gleiche Art von Humor und eine ähnliche Mischung aus RPG, Dialogen und seltsamen Momenten. Doch es handelt sich um keine direkte Fortsetzung. Bei dem Spiel handelt es sich um eine parallele Story zu Undertale, also ein eigenes Projekt mit eigener Struktur. Es gibt bewusst einige vertraute Elemente, aber Deltarune geht anders mit ihnen um. 

Deltarune

Deltarune ist in episodischen Kapiteln aufgebaut. Jedes neue Kapitel fühlt sich wie ein eigener Abschnitt an, aber alles ist Teil eines großen Ganzen. Dadurch hat man einen ganz anderen Rhythmus als in Undertale, denn man erlebt die Geschichte stückweise. Doch durch dieses neue System und vor allem, da noch nicht alle Kapitel erschienen sind, gibt es viele Diskussionen und Theorien der Spieler zwischen den Releases. Stand 27.6.26 sind 5 Kapitel verfügbar und das sechste Kapitel soll im Jahr 2027 erscheinen.

In Deltarune ist man nicht wie in Undertale nur auf eine Person fokussiert, sondern man spielt eine Gruppe von 3 Personen. Die Figuren interagieren miteinander, wodurch die Dialoge mehr Energie bekommen. Durch diese Gruppendynamik entsteht oft der Humor. Natürlich ändern sich so auch die Kämpfe und es gibt viel mehr Möglichkeiten im Kampf. Das System bleibt weiterhin vertraut, fühlt sich aber größer an.

Im Spiel trifft man immer wieder auf bekannte Elemente. Man sieht bekannte Gesichter oder Ideen, wodurch es einen großen Wiedererkennungswert gibt. Aber natürlich kommen auch viele neue Figuren und Orte dazu, die Deltarune eine eigene Identität geben. Die neuen Kapitel führen dich oft zu neuen Orten. Die Kapitel kommen immer kostenlos dazu und das nächste Kapitel soll 2027 folgen. 

Warum die Community bei Undertale und Deltarune so stark ist

Die Community der beiden Spiele ist riesig. Undertale und Deltarune enden für viele Spieler nicht nach dem Spielen. Oft wird danach diskutiert oder man findet im Web noch mehr über das Spiel heraus. Jetzt gerade bei dem neuen Chapter-System von Deltarune spekulieren die Spieler immer über das neue Chapter und reden darüber, was man im jetzigen vielleicht verpasst hat. Die Spieler suchen in Dialogen nach versteckten Hinweisen und sogar unwichtige Momente werden analysiert.

Deltarune

Die Fans achten auf nahezu jede Veränderung, sei es ein Musikmotiv oder nur wiederkehrende Klänge. Natürlich sorgen auch die Verbindungen zwischen Undertale und Deltarune für Spekulationen. Da Deltarune parallel zu Undertale spielt kann man sich viele Gedanken machen und neue Details über beide Spiele lernen. Man findet vertraute Elemente, die nie zufällig wirken. Vieles bleibt durch die Kapitel noch offen für Diskussionen und genau das hält das Spiel am Leben.

Auch auf Twitter, YouTube, Twitch und Co. findet man immer wieder neue Clips oder Theorien zu den Spielen. Auch Fanarts oder Cover der Songs gibt es in Massen. Der Humor der Spiele passt gut zur Internetkultur und wird von fast allen positiv aufgegriffen. Gleichzeitig hat das Spiel genug emotionale Tiefe, um nicht als “Witzfigur” abgestempelt zu werden. Auch die verschiedenen Enden und Dinge, die man dadurch neu entdeckt, sind immer wieder im Gespräch. Und gerade jetzt, nach dem Release von Chapter 5, ist Deltarune/Undertale wieder topaktuell. Mit Chapter 5 erreichte Deltarune einen neuen Rekord an maximal gleichzeitigen Spielern von fast 300.000 gleichzeitige Spielern.

Warum Undertale und Deltarune auch heute noch funktionieren

Sowohl in Undertale als auch in Deltarune hat man nicht nur einen einmaligen Überraschungseffekt. Denn man hat immer wieder einen “Was ist das denn?” Moment. Denn man kann in den Spielen verschiedene Entscheidungen treffen und so auch zu verschiedenen Enden kommen. Aber das ist nicht alles. Denn auch Undertale funktioniert heute ohne den Nostalgie-Bonus. Humor, Musik und Mechanik greifen stark ineinander und funktionieren hervorragend. Der Pixel-Look lässt das Spiel nicht billig aussehen, sondern hat seinen ganz eigenen Charme.

Deltarune

Die Spiele nutzten klassische RPG-Elemente und drehen sie auf ihre ganz eigene Weise. Bekannte Menüs und Kämpfe wirken in sowohl Undertale als auch Deltarune einfach anders und einzigartig. Der Humor öffnet den Zugang und die Musik macht alles episch. Deltarune wirkt etwas größer und strukturierter. Vor allem durch die Party-Dynamik gibt es ein anderes Erzähltempo und Gameplay. Die Kapitel liefern den Gesprächsstoff und bauen den Hype auch nach dem Release immer weiter aus. Deshalb werden beide Spiele auch Jahre später noch empfohlen, gespielt, analysiert und diskutiert.

Fazit: Zwei RPGs, die man am besten selbst erlebt

Undertale und Deltarune sind zwei Spiele, die man nur schwer komplett erklären kann, ohne ihnen etwas von ihrer Wirkung zu nehmen. Genau deshalb funktionieren sie auch so gut. Sie leben von kleinen Überraschungen, seltsamen Figuren, starkem Humor, emotionalen Momenten und Musik, die oft stärker im Kopf bleibt als viele große Zwischensequenzen anderer Spiele.

Deltarune

Undertale hat gezeigt, dass ein kleines RPG mit einfacher Optik trotzdem riesig wirken kann. Nicht durch Grafik, Budget oder Größe, sondern durch Ideen, Persönlichkeit und ein sehr eigenes Spielgefühl. Deltarune führt diesen Stil weiter, wirkt aber größer, strukturierter und durch das Kapitel-System noch stärker auf Diskussionen ausgelegt. Jedes neue Kapitel bringt die Community wieder zusammen und sorgt dafür, dass Theorien, Fanarts, Musik-Cover und Gespräche nicht verschwinden.

Wer beide Spiele noch nicht gespielt hat, sollte möglichst wenig darüber wissen und sie einfach selbst ausprobieren. Denn der größte Reiz liegt nicht darin, alle Details vorher zu kennen, sondern in den Momenten, in denen die Spiele plötzlich anders reagieren, als man es erwartet. Genau deshalb sind Undertale und Deltarune bis heute so besonders. Sie sehen klein aus, fühlen sich aber riesig an.


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