Far Cry 7 und Assassin’s Creed: Ubisofts Milliarden-Zukunft

Ubisoft-CEO Yves Guillemot hat offiziell den „Reset“-Knopf gedrückt und einen radikalen Kurswechsel für den Gaming-Riesen eingeleitet. Mit sechs offiziell eingestellten Projekten und einer neuen „Creative House“-Struktur, die aus der Asche aufsteigt, stellt sich die Frage: Kann das Unternehmen seine eigene Transformation überleben?


Jahrelang fungierte Ubisoft als massives, vernetztes Geflecht globaler Studios, das oft für seine „Copy-Paste“-Designphilosophie – die berüchtigte „Ubisoft-Formel“ – kritisiert wurde. Heute wurde diese Formel zugunsten einer schlankeren, aggressiveren Unternehmensstruktur über Bord geworfen.

In einem riskanten Manöver, um das Marktvertrauen zurückzugewinnen und den volatilen Aktienkurs von 4,20 € zu stabilisieren, sprach Yves Guillemot mit Variety über die Gründung von fünf spezialisierten Creative Houses.

Doch diese neue Unabhängigkeit hat einen erschreckenden menschlichen und kreativen Preis. Um die geforderten Einsparungen von 200 Mio. € zu erreichen, bestätigte Ubisoft eine finale, schmerzhafte Entlassungswelle und das endgültige Aus für sechs Projekte, darunter das leidgeprüfte Prince of Persia: Sands of Time Remake.

Während sich das Unternehmen auf seine „Big Three“-Säulen Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six zurückzieht, untersuchen wir, ob diese dezentrale Zukunft ein Geniestreich oder eine verzweifelte Konsolidierung ist.

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Die fünf Häuser: Ubisofts radikale Wette auf Autonomie?

Ubisofts neues Betriebsmodell ist eine drastische Abkehr vom zentralisierten „Editorial-Team“ aus Paris, das früher das Design jedes Spiels diktierte.

Ab April 2026 wird das Unternehmen in fünf eigenständige Creative Houses aufgeteilt, die jeweils als unabhängige Geschäftseinheiten mit voller finanzieller Verantwortung und kreativer Kontrolle agieren.

Indem jedes Haus seine eigene Gewinn- und Verlustrechnung (P&L) verantwortet, beendet Ubisoft die Ära, in der Blockbuster wie Assassin’s Creed die Verluste experimenteller oder schwächelnder Projekte subventionierten.

Die Aufteilung der fünf Häuser:

  • Creative House 1 (Vantage Studios): Die „Milliarden-Marken“-Fabrik. Geleitet von den Kernteams hinter Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six. Ziel: Die größten IPs in jährliche Umsatzmaschinen zu verwandeln.
  • Creative House 2: Spezialisten für Taktik-Shooter. Fokus auf kompetitive Erlebnisse wie The Division, Ghost Recon und die Rückkehr von Splinter Cell.
  • Creative House 3: Die Live-Service-Experten. Verantwortlich für Titel wie Brawlhalla, For Honor, Riders Republic und Skull & Bones.
  • Creative House 4: Der Hub für Fantasy & Narration. Fokus auf immersive Welten wie Anno, Rayman, Beyond Good & Evil und Might & Magic.
  • Creative House 5: Der Arm für Casual & Mobile. Rückeroberung des Familienmarktes mit Just Dance, UNO und Mobile-Wachstum.

Die gecancelten Sechs: Was wir verloren haben

Der Weg zu dieser neuen Struktur ist mit den Überresten eingestellter Projekte gepflastert. Um die Fixkosten um 200 Millionen Euro zu senken, bestätigte Guillemot das Aus für sechs Spiele.

Das prominenteste Opfer ist das Prince of Persia: The Sands of Time Remake. Nach Jahren in der Entwicklungshölle passt das Projekt laut Ubisoft nicht mehr zu den neuen Qualitätsstandards oder den Profitabilitätsanforderungen von Creative House 4.

Zusätzlich wurden vier unangekündigte AAA-Titel und ein großes Mobile-Projekt gestoppt, um weiteres „Ressourcen-Bluten“ zu verhindern.

Der Sparkurs trifft auch die Belegschaft. Mit Studioschließungen in Stockholm und Halifax sowie der umstrittenen Rückkehr zur 5-Tage-Präsenzpflicht droht Ubisoft ein massiver Talentabwandlung. Guillemot verteidigt den Schritt als notwendig für Tempo und Fokus, doch die interne Stimmung ist nach Streiks von 1.200 Mitarbeitern am Tiefpunkt.

Die Milliarden-Pipeline: Assassin’s Creed & Far Cry 2026-2027

Ubisoft setzt alles auf seine sichersten Pferde. Vantage Studios, unterstützt durch ein 1,2 Milliarden Dollar Investment von Tencent, soll Assassin’s Creed und Far Cry in „Billion-Dollar-Brands“ verwandeln.

Vergessen Sie die Pausen zwischen den Releases – die neue Strategie soll den Markt mit Assassin’s Creed-Erlebnissen fluten:

  • Das „Black Flag“ Remake (Project Obsidian): Trotz interner Verzögerung das meistbegehrte Projekt. Reveal für April 2026 geplant, Release vor März 2027.
  • Assassin’s Creed Hexe: Der bisher düsterste Teil, angesiedelt während der Hexenverfolgungen im 16. Jahrhundert. Es wird das Aushängeschild der Infinity-Plattform.
  • Multiplayer & Mobile: Während Mobile-Titel gestrichen wurden, lebt Project Invictus (der Multiplayer-Hub) weiter, um Spieler langfristig zu binden.

Guillemot bestätigte zudem zwei neue Far Cry-Projekte, um das Gefühl der Stagnation zu durchbrechen:

  • Far Cry 7 (Project Blackbird): Gerüchten zufolge mit einem 72-Stunden-In-Game-Timer (ca. 24 Echtzeitstunden). Spieler müssen ihre Familie retten, bevor die Zeit abläuft – ein non-linearer Schnellkochtopf.
  • Project Maverick: Ein Standalone-Extraction-Shooter in der Wildnis Alaskas. Erwartet Permadeath und knallharte Survival-Mechaniken.

Fazit: Ein schlankeres Ubisoft oder ein Studio auf dem Rückzug?

Die Autonomie der Creative Houses klingt auf dem Papier gut, aber der menschliche Preis ist hoch. Wir sehen ein kleineres, defensiveres Ubisoft. Durch den Fokus auf Kernmarken lässt sich vielleicht der Aktienkurs von 4,10 € stabilisieren, aber man riskiert, den experimentellen Funken zu verlieren. Für Fans müssen diese Reformen mehr liefern als nur eine saubere Bilanz.


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