Moonlighter wirkt auf den ersten Blick wie ein klassischer Dungeon-Crawler, doch das Spiel hatte schon im Jahr 2018 einen besonderen Kniff. Nachts kämpft man gegen Monster und sammelt Loot, tagsüber verkauft man genau diesen Loot im eigenen Laden. Der Hauptcharakter im Spiel ist Will, der gleichzeitig Händler und Abenteurer ist. Das erste Spiel erschien 2018 von Digital Sun, einem Studio, das zuvor hauptsächlich Auftragsarbeiten gemacht hat.
Zusammenfassung
- Moonlighter begann als kleines Kickstarter-Projekt
- Warum Moonlighter mehr als nur ein weiterer Dungeon-Crawler war
- Vom Indie-Erfolg zu Between Dimensions
- Sieben Jahre später kehrt Will mit Moonlighter 2 zurück
- Moonlighter 2 macht aus der alten Formel ein größeres Spiel
- Fazit: Vom Kickstarter-Spiel zur eigenen Roguelite-Reihe
Acht Jahre später wurde daraus Moonlighter 2: The Endless Vault und damit wurde aus Moonlighter eine richtige Reihe. Heute sprechen wir über die Anfänge von Moonlighter, warum dieser ungewöhnliche Mix funktioniert und wie aus einem Pixel-Indie-Spiel schließlich, was deutlich größeres mit Moonlighter 2 wurde.
Moonlighter begann als kleines Kickstarter-Projekt
Das Studio Digital Sun kommt aus Valencia. Digital Sun existierte bereits mehrere Jahre vor dem Spiel, doch sie entwickelten hauptsächlich Projekte für andere Unternehmen. Moonlighter war das erste eigene Original-Spiel des Studios. Somit war das Spiel nicht nur für Spieler wichtig, sondern auch für Digital Sun, da sie sich damit weg vom Auftragsentwickler zum eigenen Game-Studio entwickelt haben.
Um das Spiel zu finanzieren, startete das Studio am 31. Mai 2016 einen Kickstarter mit einem Ziel von 40.000 Dollar. Dieses Ziel wurde nach bereits zwei Tagen erreicht. Am Ende der Kampagne wurden 134.276 Dollar von 5.229 Unterstützern gesammelt, also mehr als das Dreifache des ursprünglichen Ziels. Für die Kampagne stand die Grundidee schon fest, man hat Will als Ladenbesitzer, der in Roguelite-Dungeons geht und die gesammelten Gegenstände dann im eigenen Shop verkauft.
Inspiriert wurde das Spiel von klassischen Zelda-Spielen, Rogue Legacy und The Binding of Isaac. Aber Moonlighter wollte nicht einfach nur ein weiteres Roguelite sein, denn der Laden sollte direkt mit dem Dungeon-Gameplay verbunden sein. Denn Geld ist nicht einfach eine Punktzahl, man verkauft die Gegenstände, um bessere Ausrüstung zu kaufen und stärker zu werden. So kommt man tiefer in die Dungeons und findet noch wertvolleren Loot.
Warum Moonlighter mehr als nur ein weiterer Dungeon-Crawler war
Man könnte sagen, in Moonlighter spielt man zwei Spiele in einem. Tagsüber hat man einen Shop-Sim, wo man Waren auslegt, Preise festlegt und Kundenreaktionen beobachtet. Nachts erkundet man Dungeons, wo man gegen Gegner kämpft, Bosse besiegt und Relikte sammelt. Beide Spielhälften beeinflussen sich gegenseitig, denn ohne Dungeon gibt es keinen Shop und ohne Shop hat man kein Geld für bessere Ausrüstung.
Der Shop hat seine ganz eigenen Mechaniken, denn man bekommt nicht einfach angezeigt, was ein Gegenstand wert ist. Man muss an den Reaktionen der Kunden herausfinden, ob ein Produkt zu teuer ist, zu günstig ist oder den richtigen Preis hat. Dazu kommen noch Shop-Upgrades, Mitarbeiter, unterschiedliche Kunden und sogar Diebe, um die man sich während seiner Schicht kümmern muss. Das macht aus Loot mehr als einfach nur Inventar Füllmaterial.
Will ist zunächst ein gewöhnlicher Ladenbesitzer, der davon träumt, selbst ein großer Abenteurer zu werden. Er lebt im Ort Rynoka welcher rund um mysteriöse Tore, die in andere Welten führen entstand. Durch Fortschritte in den Dungeons können neue Händler und Handwerker ins Dorf geholt werden. Das heißt, man hat auch hier wieder einen zentralen Kreislauf. Will wächst, der Laden wächst und dadurch wächst auch die Stadt Rynoka.
Viele Roguelites konzentrieren sich komplett nur auf die Runs. Doch Moonlighter gibt dem Loot zwischen den Runs einen konkreten Zweck. Selbst ein durchschnittlicher Run kann interessant sein, weil die gefundenen Gegenstände später Geld bringen. Dadurch entsteht ständig das Gefühl nur noch ein Dungeon, dann verkaufe ich alles.
Vom Indie-Erfolg zu Between Dimensions
Das Spiel wurde am 29. Mai 2018 auf PC, PS4 und Xbox One veröffentlicht. Später kamen noch weitere Plattformen dazu. Sehr auffällig war der Pixel-Art-Stil. Mit Moonlight etablierte sich Digital Sun international stärker auch als eigenes Studio mit eigenen IPs. Auch heute kommt das Original auf Steam weiterhin auf eine insgesamt sehr positive Nutzerwertung. Nach dem Release kamen weitere QoL Verbesserungen, Balancing, neue Inhalte und weitere Herausforderungen.
Im Jahr 2019 erschien eine große kostenpflichtige Erweiterung für das Spiel und zwar Between Dimensions. Dieser DLC bringt ein neues interdimensionales Dungeon mit neuen Gegnern und Mini-Bossen. Auch neue Waffen- und Rüstungssets sind enthalten, wie Trick Weapons, neue Ringe und neue Shop-Inhalte. Auch die Geschichte wurde erweitert. Jedoch ist der eigentliche Gameplay-Loop des Spiels gleich geblieben.
Sieben Jahre später kehrt Will mit Moonlighter 2 zurück
Im Dezember 2024 wurde Moonlighter 2 The Endless Vault angekündigt. Dieses wurde wieder von Digital Sun entwickelt und wie der Vorgänger von 11 bit Studios entwickelt. Der Digital Sun CEO Javier Giménez bezeichnete das erste Moonlighter rückblickend als entscheidenden Moment des Studios. In der langen Pause zwischen dem ersten und zweiten Spiel wurden zwei weitere Spiele vom Studio entwickelt, eins in Zusammenarbeit mit League of Legends und Cataclismo als eigene IP. Moonlighter 2 zeigte dann Jahre später, wie sich das Studio technisch und spielerisch verbessert hat.
In Moonlighter 2 befindet sich Will mit seinen Begleitern in Tresna. Sie sind in einer anderen Dimension gestrandet. Ihr Ziel ist es, sich ein neues Zuhause aufzubauen. Er will sich also wieder einen Shop etablieren und nebenbei eine Möglichkeit finden, wieder nach Hause zurückzukehren. Damit beginnt Will sein Händler-Abenteuer wieder praktisch bei null.
Auch visuell hat sich das Spiel stark verändert, weg vom klassischen 2D-Pixel-Look hin zu einer komplett dreidimensionalen Welt. Moonlighter 2 bietet außerdem deutlich größere Animationen und Effekte, auch die Kämpfe wirken dynamischer. Durch die neue Grafik können Charaktere und Umgebung deutlich stärker inszeniert werden. Trotzdem bleibt die typische farbenfrohe Moonlighter-Optik erhalten.
Moonlighter 2 macht aus der alten Formel ein größeres Spiel
Moonlighter 1 war noch relativ klassisch mit Top-Down Perspektive in einem Action-RPG mit verschiedenen Waffentypen. Dazu gibt es Dodge Rolls zum Ausweichen und prozedurale Dungeon-Räume. Der Nachfolger im Vergleich bietet ein deutlich dynamisches Combat-Gameplay mit mehr Möglichkeiten für Builds. Zusätzlich kommen stärkere Synergien mit vielen Perks. Einige der Relikte haben auch wieder besondere Eigenschaften.
Schon im ersten Teil war das Platzieren von Loot im Inventar interessant. Gegenstände konnten andere Items beeinflussen oder mussten auf bestimmten Plätzen liegen. Im zweiten Teil wurde dieses Prinzip noch stärker ausgebaut. Relikte können nun miteinander Synergien oder sogar gegenseitig zerstören, um noch stärker zu werden. Dadurch ist das Inventar selbst ein nun noch stärkerer Teil des eigentlichen Runs.
Das Shopsystem wurde auch etwas verändert. Jedoch bleiben die Preise und Kunden entscheidend. Es gibt jetzt noch mehr Shop-Ausbau, Dekorationen, Perks und unterschiedliche Strategien beim Verkauf. Der Shop soll nicht nur der Ort sein, an dem man zwischen Runs Gegenstände los wird, sondern ein neues Zuhause. Auch das Dorf Tresna bekommt mehr Einfluss im Spiel. Denn man selbst investiert in andere Geschäfte, wodurch neue Möglichkeiten und Upgrades freigeschaltet werden. Mit dem Wachstum Tresnas profitieren wiederum Will und sein Shop.
Fazit: Vom Kickstarter-Spiel zur eigenen Roguelite-Reihe
Moonlighter hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Was 2016 noch als kleines Kickstarter-Projekt mit einem Ziel von 40.000 Dollar begann, wurde zwei Jahre später zum ersten eigenen großen Spiel von Digital Sun. Besonders die Mischung aus Dungeon-Crawler und Shop-Simulation machte Moonlighter zu etwas Besonderem. Statt Loot einfach nur einzusammeln, wurde er zum zentralen Teil eines Kreislaufs aus Erkunden, Verkaufen und Verbessern.
Mit Between Dimensions wurde diese Grundidee zunächst erweitert, ohne das eigentliche Konzept stark zu verändern. Moonlighter 2 geht dagegen einen deutlich größeren Schritt. Die neue 3D-Grafik, umfangreichere Builds, ein komplexeres Inventarsystem und der stärkere Ausbau von Shop und Tresna zeigen, wie sehr sich Digital Sun seit dem ersten Teil weiterentwickelt hat. Trotzdem bleibt der Kern der Reihe erhalten: Will zieht in gefährliche Gebiete, sammelt möglichst wertvollen Loot und versucht anschließend, damit seinen Laden und sein Umfeld weiter auszubauen.
Aus einem kleinen Kickstarter-Spiel ist damit inzwischen eine eigene Roguelite-Reihe geworden. Moonlighter 2 versucht dabei nicht, das Original komplett neu zu erfinden, sondern nimmt genau die Mechaniken, die den ersten Teil besonders gemacht haben, und baut sie deutlich weiter aus. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung der Reihe auch die Entwicklung von Digital Sun selbst: vom Studio für Auftragsarbeiten hin zu einem Entwickler mit eigenen Spielen und einer inzwischen etablierten Marke.
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