Pixel Sundays: Blasphemous – Das düsteres Metroidvania Wunder

Heute geht es um das Blasphemous Franchise, welches aus zwei Titeln und einem DLC besteht. Es handelt sich bei den Spielen um düstere 2D Action Metroidvania mit sehr harten Kämpfen, die an 2D Dark Souls erinnern. Im Spiel geht es viel um Religiöse Symbolik und Motive wie Schuld, Schmerz und Buße stehen im Mittelpunkt. Entwickelt wurden die Spiele von The Game Kitchen und veröffentlicht hat sie Team17.

Zusammenfassung

Blasphemous spielt in der albtraumhaften Welt Cvstodia. Du übernimmst die Rolle des Penitent One, er ist schweigsam, maskiert und rätselhaft. Er ist kein klassischer Held und ein Symbol für Buße und Wiederkehr. Die Spiele bieten Hack and Slash-Kämpfe, Metroidvania-Erkundung und viele groteske Gegner und Bosse. Außerdem bieten die Spiele eine starke Atmosphäre und eine Story, die eher über Räume, Items und Gegner erzählt wird. 

Blasphemous 1: Der Beginn der Buße in Cvstodia

Blasphemous 1 erschien im Jahr 2019 und es ist der roheste Teil der Reihe. Im Spiel bekommt man keinen sanften Anfang, sondern es startet direkt düster, schwer und bedrückend. Im Mittelpunkt der Story steht The Penitent One, ein schweigsamer Büßer. Er trägt einen spitzen Helm, der als ikonisches Bild dient. Der Büßer ist kein Held, sondern eher eine Symbolfigur. Seine Waffe ist das Schwert Mea Culpa, ein Zeichen von Schuld und Strafe. Diese Waffe kann man im Laufe des Spiels auch upgraden und so stärker werden.

Blasphemous

Der Kampf gegen die verschiedenen Gegner ist Teil der Buße und auch der Tod gehört dazu. Als Teil des Fluches, der auf ihm lastet, kehrt er jedes Mal zurück und so entsteht ein Kreislauf aus Schuld, Tod und Neubeginn. Die Kämpfe sind genauso wie die ganze Welt in 2D. In den Kämpfen gibt es präzises Ausweichen und Blocken. Die Gegner sind bestrafend und lassen wenig Raum für Fehler. Außerdem sind vielen Boss Duelle sind große Höhepunkte, die Bosse sind grotesk, religiös und tragisch.

Die Erkundung ist nicht linear und durch neue Relikte schaltet man neue Wege frei, so wie es für Metroidvania üblich ist. Außerdem kann man immer wieder versteckte Räume und Abkürzungen finden. The Penitent One kann außerdem Rosenkranzperlen für passive Boni freischalten. Gebete dienen als Spezialfähigkeiten. Durch diese Features ist die Erkundung besonders spannend und jeder Fortschritt wirkt verdient.

Doch im Spiel ist die Atmosphäre noch wichtiger als reine Schwierigkeit. Die Welt Cvstodia ist ein kranker Pilgerweg die heilig und grausam zugleich ist. Schönheit und Ekel sind oft nah beieinander, überall sieht man Blut, Kerzen, Statuen, Wachs und Gold. Die Gegner wirken wie verdrehte Heiligenbilder und NPCs sind oft tragisch und wirken rätselhaft. Viele Punkte der Lore versteht man durch Items, Räume und Begegnungen, eine klassische Erklärung gibt es nicht. Das Spiel ist zwar in Pixel Art gestaltet, aber extrem detailliert. Deswegen bekommt man kein Retro-Gefühl. Auch Musik und Sound sind sehr wichtig und bieten ständige Stimmung von Leid und Ehrfurcht.

Spanische Inspiration, Religion und Körperhorror

Die Welt von Blasphemous ist von spanisch-katholischen Bildsprache geprägt. Es gab viel Inspiration durch Prozession und Bußrituale. Man bekommt im Spiel immer wieder ein Semana Santa (Heilige Woche in Spanien) Gefühl. Religion ist der Kern der Welt, eine Welt voller Glaube, Schuld und Schmerz. Es gibt viele Märtyrerbilder als wichtige Vorlagen, auch Leid ist eine Form von Verehrung. 

Blasphemous

Am Körper des Hauptcharakters sieht man einen sichtbaren Ausdruck von Schuld durch Dornen, Blut und Gold. Viele Charaktere in der Welt tragen Bußmasken und die Bosse haben oft riesige Heiligen Körper. Jedes Monster ist eine Verkörperung von Leid und ein Zeichen von Schuld und Fanatismus. Der Körperhorror ist also nicht nur ein Schock, sondern alles hat eine Bedeutung. Zusätzlich kommt man zu vielen Orten wie Kirchen und Altären. 

Pixel Art, Animationen und Sound als Kunstform

Blasphemous hat einen sofort erkennbaren düsteren Pixel Look mit eigener Identität. Die Grafik ist bewusst kantig, hart und schmutzig mit sehr detaillierten Figuren. Auch die Hintergründe sind sehr aufwendig gestaltet. Man findet überall kleine Details, egal ob in Kirchen, Ruinen, Höhlen oder Altären. Dadurch kann das Spiel auch in 2D Grafik eine monumentale Wirkung haben. Denn auch wenn die Perspektive stark begrenzt ist, gibt es sehr große Räume. Außerdem bietet das Spiel einen starken Kontrast zwischen Licht und Dunkelheit.

Blasphemous

Die Angriffe des Penitent One sind langsam, hart und wuchtig, auch die Bewegungen sind nicht elegant oder leicht. Man merkt bei jedem Treffer die körperliche Anstrengung. Die Exekutionen im Kampf gelten als brutale Höhepunkte. Diese Todesanimationen sind bewusst unangenehm und sogar die Boss Intros wirken wie kleine Horror-Szenen. Doch auch das Sounddesign ist wichtig in den Kämpfen. Es gibt dumpfe Treffergeräusche, Metall, Schreie, Schritte und Hall. Dazu kommt dann noch eine Musik, die das Gefühl der Einsamkeit mit sich bringt. Musikalisch erwarten einen Gitarren, Chöre, aber auch stille Momente gehören dazu.

Gameplay zwischen Metroidvania und Bußgang

Blasphemous bietet eine klassische Metroidvania Struktur. Das heißt, man hat verschlungene Gebiete, bei denen man durch neue Fähigkeiten neue Wege freischaltet. Das heißt, man muss immer wieder in alte Areale zurückkehren, um dort neue Wege oder versteckte Räume zu finden. Als Belohnung für gelungene Bosskämpfe schaltet man immer wieder Abkürzungen frei, die einem nach dem Tod die Wege verkürzen. In optionalen Bereichen schaltet man geheime Items frei, die einem helfen und noch stärker machen. Man schaltet immer neue Teile der Karte durch seine Entdeckungen frei. Doch sich in der Welt zu orientieren ist Teil der Herausforderung, denn eine Minimap gibt es nicht.

Blasphemous

Die Welt öffnet sich Stück für Stück und man merkt schnell, dass Cvstodia ein Labyrinth aus Leid und Glauben ist. Die Erkundung fühlt sich wie eine Pilgerreise an und jeder neue Raum, den man betritt, ist mit einer Gefahr verbunden. Alle Kämpfe sind langsam und schwer und man braucht präzises Timing. Das Parieren und Ausweichen sind zentrale Fähigkeiten und müssen gemeistert werden. Man kann sich wie in beispielsweise Souls Like auch im Kampf heilen, doch dabei kann man sich nicht bewegen weswegen das genau geplant werden muss.

Um die Kämpfe zu gewinnen, muss man oft die Angriffsmuster der Gegner lernen. Jeder Fehler wird bestraft und einfach Button Mashing reicht selten aus. Doch nicht nur Bosse sind gefährlich, auch kleine Gegner können einen umbringen. Eine weitere Gefahr sind Fallen und Platforming. Mit jedem Tod lernt man dazu und wird besser und kann diese Prüfungen überwinden.

Blasphemous 2: Mehr Metroidvania, mehr Waffen, mehr Bewegung

Blasphemous 2 erschien am 24. August 2023 für PC, PlayStation, Xbox und Nintendo Switch. Das Spiel ist die direkte Fortsetzung von Blasphemous 1 und man spielt wieder den Penitent One. Natürlich bleibt auch die dunkle Grundstimmung erhalten, aber das Spielgefühl ist deutlich flüssiger. Der Fokus liegt stärker auf der Metroidvania Struktur und man bekommt mehr Bewegungsfreiheit als im ersten Teil. Durch seine Fähigkeiten öffnen sich klare Wege und es kommen noch mehr klassische Fähigkeitssperren. Doch das Spiel spielt in einer neuen Welt voller Geheimnisse. Die Erkundung liegt stärker im Vordergrund und ist weniger roh als Teil 1.

Blasphemous

Blasphemous 2 wurde spielerisch runder und moderner. Man bekommt drei zentrale Waffen, die unterschiedliche Kampfstile möglich machen. Man kann das Spiel also so spielen, wie man es will. Doch die Waffe ist nicht nur für Kämpfe wichtig, sondern sie ist auch für die Erkundung relevant. Denn durch neue Waffen Fähigkeiten lassen sich neue Wege öffnen. Das Spiel bietet aber auch ein besseres Gefühl für Orientierung und es gibt eine schnellere Bewegung durch die Welt. Zusätzlich bietet das Spiel präzisere Platforming Passagen, die durch mehr Mobilität-Fähigkeiten noch interessanter geworden sind.

Die Bosse sind wieder grotesk und symbolisch, auch die religiöse Bildsprache bleibt Kern der Reihe. Da man die Welt jetzt kennt, ist die Welt weniger rätselhaft und dadurch zugänglicher. Blasphemous 2 bietet für neue Spieler einen leichteren Einstieg, aber man merkt trotzdem die Verbindung zum ersten Teil und es lohnt sich zuerst den ersten Teil zu spielen. Am 9. Dezember 2021 erschien das kostenlose Update Wounds of Eventide für den ersten Teil. Die Ereignisse sind wichtig, um den zweiten Teil gut zu verstehen.

Mea Culpa, Updates und das Erbe der Reihe

Doch auch nach dem Release der Spiele ging es noch weiter. Der erste Teil hatte nach dem Release noch drei kostenlose Content Updates, die neue Bosse und Gebiete ins Spiel gebracht haben. Natürlich kam mit den Updates auch neue Lore und die Welt wurde immer weiter ausgebaut. Mit dem letzten Update Wounds of Eventide gab es ein stimmiges Finale und einen wichtigen Übergang zu Blasphemous 2.

Blasphemous

Blasphemous 2 bekam eine kostenpflichtiges DLC mit dem Namen Mea Culpa. Hier kehrt man zur bekannten Waffe aus dem ersten Teil zurück. Der DLC bietet zwei neue Zonen, zwei neue Bosse, vier neue Quests und es gibt sogar alternative Enden. Es kamen durch neue Gebete und Rosenkranzperlen Build Möglichkeiten dazu. Der DLC bringt keine komplett klare Erklärung und erweitert den Mythos. Der Schmerz kehrt immer wieder als Motiv zurück und Cvstodia bleibt rätselhaft.

Bis jetzt wurde noch kein Blasphemous 3 offiziell angekündigt. Jedoch kamen von The Game Kitchen bereits Andeutungen, dass weiterhin mehrere Gaming- und Non-Gaming Projekte rund um Blasphemous möglich sind. Deswegen ist die Zukunft des Franchises offen, aber nicht abgeschlossen. Nach dem Erfolg von Blasphemous 2 bleibt genug Raum für weitere Geschichten aus dieser Welt.

Fazit: Warum Blasphemous bis heute nachhallt

Blasphemous ist bis heute besonders, weil die Reihe nicht nur durch ihre Schwierigkeit im Kopf bleibt. Natürlich sind die Kämpfe hart, die Bosse brutal und die Welt voller Gefahren. Doch der eigentliche Grund, warum Blasphemous so stark nachhallt, liegt in seiner Atmosphäre. Cvstodia fühlt sich nicht wie eine normale Fantasy-Welt an, sondern wie ein religiöser Albtraum, in dem jeder Raum, jeder Gegner und jedes Item eine eigene Bedeutung hat.

Blasphemous

Die Reihe verbindet Metroidvania-Erkundung, düstere Pixel-Art, religiöse Symbolik und Körperhorror zu einer sehr eigenen Identität. Blasphemous erklärt seine Welt nicht direkt, sondern lässt sie durch Bilder, Orte und Begegnungen sprechen. Genau dadurch entsteht dieses Gefühl von Geheimnis, Schmerz und Ehrfurcht.

Mit Blasphemous 2 wurde das Gameplay moderner, flüssiger und zugänglicher, ohne den Kern der Reihe zu verlieren. Die Updates und der Mea Culpa DLC zeigen außerdem, dass diese Welt auch nach dem Abspann weiterlebt. Blasphemous ist keine Reihe, die man einfach nur durchspielt. Sie bleibt hängen, weil sie ihre Themen von Schuld, Buße und Leid konsequent in Gameplay, Stil und Weltaufbau einbaut.


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