Heute gehört RuneScape zu den langlebigsten MMORPGs überhaupt. Dieses Jahr schreibt das Franchise sein 25 Jähriges Jubiläum. Doch seine Geschichte beginnt schon viel früher mit einer ersten Version Ende der 1990er Jahre. Damals war es nur ein kleines Projekt der Gower-Brüder mit dem Namen DeviousMUD. Daraus entstand dann 2001 RuneScape als Browsergame mit sehr einfachen Grafiken, aber einer ungewöhnlichen Freiheit.
Zusammenfassung
- Noch vor RuneScape – Die Wurzeln von DeviousMUD
- RuneScape Classic – Ein MMORPG, das einfach im Browser lief
- RuneScape 2 macht aus dem Browsergame ein Gaming-Phänomen
- RuneScape 3 gegen Old School RuneScape – Eine Marke geht zwei Wege
- Kartenspiele, Idle Games und Melvor – RuneScape experimentiert
- Dragonwilds macht aus RuneScape schließlich ein echtes Multi-Genre-Franchise
- Fazit: Nach 25 Jahren beginnt RuneScape gerade erst, ein Franchise zu werden
Man kann im Spiel die verschiedensten Skills trainieren, Ressourcen sammeln, Quests machen, Handeln, Kämpfen und so viel mehr in einer riesigen persistenten Online-Welt. Daraus entwickelte sich über die Jahrzehnte eine komplette Marke mit verschiedenen Spin-offs, Idle Games und so viel mehr. Mit Dragonwilds erschien jetzt am 15. September der bisher größe Versuch, RuneScape in ein völlig anderes Genre zu bringen.
Noch vor RuneScape – Die Wurzeln von DeviousMUD
Die Geschichte des Franchises beginnt bei Andrew Gower, der bereits Ende der 1990er Jahre an einem Online-Rollenspiel namens DeviousMUD arbeitete. Die erste Version dieses Spiels entstand im Jahr 1998 gemeinsam mit seinem Bruder Paul Gower. DeviousMUD hatte eine extrem einfache isometrische Grafik.
Dieses Spiel kann man deswegen kaum mit dem späteren RuneScape vergleichen, aber trotzdem waren schon dort bereits die grundlegenden Ideen vorhanden. Es gab verschiedene Charaktere, Kämpfe, Handel und die Interaktion mit anderen Spielern und NPCs. Doch diese ursprüngliche Version wurde nie richtig veröffentlicht.
1999 startete Andrew Gower seinen zweiten Versuch. Dort schrieb er DeviousMUD weitgehend neu. Diese Version bekam eine kurze öffentliche Beta, welche aber nur für etwa eine Woche verfügbar war. Aber auch diese Version wird wieder offline genommen und die Entwicklung wird erneut überarbeitet. Daraus entsteht schließlich das eigentliche RuneScape.
Daran sieht man, dass RuneScape nicht einfach plötzlich 2001 entstand, sondern schon mehrere Jahre vorher experimentiert wurde. Viele der Grundgedanken stammen aus DeviousMUD. Der Spieler soll selbst entscheiden, was er macht, ohne streng vorgeschriebene Charakterpfade. Indem man verschiedene Tätigkeiten macht, kommt man im Spiel weiter, in einer Welt, die sich eher wie ein Ort als eine lineare Kampagne anfühlt.
Im Jahr 1999 begann dann die Entwicklung davon, was später zu RuneScape wurde. Jagex selbst nennt heute 1999 als Entwicklungsbeginn. Das Unternehmen wurde um die Zeit aufgebaut und offiziell im Dezember 2001 gegründet. Die Gründer sind Andrew Gower, Paul Gower und Constant Tedder.
RuneScape Classic – Ein MMORPG, das einfach im Browser lief
Am 4. Januar 2001 ging RuneScape öffentlich online. Das Spiel wurde dann später, nachdem weitere Spiele erschienen sind, als RuneScape Classic bezeichnet. Die Veröffentlichung kam zunächst als Beta, die von den Gower-Brüdern entwickelt wurde. Zu Beginn ist das Projekt noch vergleichsweise klein und die Gower-Brüder arbeiten daran sogar aus dem eigenen Elternhaus. Daran sieht man den Unterschied zu heutigen MMOs.
Für RuneScape war damals keine große Installation notwendig, denn das Spiel lief direkt im Browser. Dadurch war die Einstiegshürde für die Spieler extrem gering. Genau das war Anfang der 2000er Jahre extrem wichtig. So konnte man das Spiel in Schulen, Bibliotheken und dem eigenen Elternhaus spielen. Damals hatten die meisten Spieler noch keinen eigenen PC und somit war das Browser Prinzip perfekt, vor allem für neue Spieler.
In RuneScape hat man kein starres Klassensystem, denn der Spieler kann praktisch alles trainieren. Egal ob Angriff, Stärke, Verteidigung, Bergbau, Schmieden, Fischen, Kochen, Holzfällen oder Craften, es gab viele Skills und mit der Zeit kamen noch mehr dazu. Die Fortschritte in den Skills bekam man durch das benutzen, sammeln, herstellen oder kämpfen. Daraus entsteht der berühmte RuneScape-Grind, da man jeden Skill stundenlang machen kann, gleichzeitig hat man aber auch durch die vielen Skills und nicht festen Klassen viele Freiheiten.
Das Spiel bot natürlich auch einige Quests, die anders waren als in vielen klassischen MMOs. Es gab häufig kleine Geschichten mit Rätseln, Humor und Dialogen. Teilweise waren einige der Lösungen eher ungewöhnlich. Zusätzlich gab es natürlich aber auch Quests wie Töte zehn Gegner oder sammle fünf Gegenstände. Doch das war nicht das einzige.
Im Jahr 2002 kommt das Bezahlmodell mit Membership, aber auch die kostenlose Version bleibt erhalten. Jedoch erhalten die Mitglieder deutlich mehr Inhalte. Dieses Modell wird über Jahrzehnte zum Fundament des Spiels. Mit der Zeit wächst Runescape immer weiter, es kommem mehr Spieler, die Welt wird größer, es kommen mehr Quests, Skills und Ausrüstungen. Dadurch werden dann aber auch die technischen Grenzen von Classic zunehmend sichtbarer. Deswegen braucht Jagex eine neue Version.
RuneScape 2 macht aus dem Browsergame ein Gaming-Phänomen
RuneScape 2 erscheint am 29. März 2004. Die Accounts, Stats und Gegenstände können aus dem ersten Teil übernommen werden. Das bisherige Spiel bleibt weiterhin als RuneScape Classic bestehen. RuneScape 2 übernimmt den Namen RuneScape. Das neue Spiel brachte technisch einen riesigen Sprung mit neuer Engine und einer modernen Darstellung in einer echten 3D-Welt mit besseren Animationen und neuen Möglichkeiten für zukünftige Inhalte.
Diese Zeit war die wahrscheinlich prägendste für die gesamte Runescape Era. Dort gab es viele beliebte Orte wie Lumbridge, Varrock oder die Grand Exchange als riesiges Handelszentrum. Viele verbinden diese Zeit mit Kühen zum Töten, Lobsters zum Angeln, Rune-Armor als Statussymbol und die ersten 99er-Skills mit den dann passenden Skillcapes. Auch die Party Hats, welche im Spiel extrem wertvoll sind, kann man eigentlich kaum vergessen.
Im Jahr 2008 kam RuneScape HD als großer Grafik-Schritt mit einem High-Detail-Modus. Dadurch hatte man bessere Texturen, Beleuchtung und eine große visuelle Modernisierung. Daran sieht man klar, dass RuneScape sich immer weiter verändert und entwickelt hat. Trotzdem bleibt das Spiel technisch immer nah am Original. Über die Zeit wurde das Spiel kontinuierlich weiterentwickelt mit einer Welt, die weiter und weiter gewachsen ist.
Doch dieser immer konstanten Veränderungen innerhalb des gleichen Spiels hatten auch Nachteile. Einige der Spieler mochten nicht jede Modernisierung. Über die Zeit kamen nämlich viele große Änderungen an Kampf, Grafik, Interface oder auch der Wirtschaft. Insbesondere die Entwicklung des Kampfsystems wurde später zu einem wichtigen Wendepunkt, denn ein Teil der Community vermisst das ältere RuneScape.
RuneScape 3 gegen Old School RuneScape – Eine Marke geht zwei Wege
Mit der Zeit kam eine große Nachfrage nach einer älteren Version und glücklicherweise besaß Jagex noch ein Backup aus 2007. Die Community wurde gefragt und sie stimmten für eine Rückkehr einer alten Version ab. Daraufhin erschien dann 2013 Old School RuneScape, welches zunächst weitgehend auf RuneScape aus dem Jahr 2007 basiert.
Daraufhin wurde das Spiel aber nicht einfach so belassen, sondern es bekam einige Updates mit neuen Quests, Bossen, Gebieten, Gegenständen und anderen Weiterentwicklungen. Viele der großen Updates wurden vorher durch Community-Abstimmungen entschieden, statt sie einfach zu veröffentlichen.
Gleichzeitig erschien am 22. Juli 2013 auch RuneScape 3 als große Modernisierung des bestehenden Spiels. Es kam ein neues Interface mit technischen Änderungen und modernem Präsentation Niveau. Die Accounts aus dem Vorgänger bleiben bestehen, das heißt, es ist eigentlich immer noch dasselbe RuneScape von 2001, welches zweimal stark modernisiert wurde.
RuneScape 3 und Old School RuneScape liefen also beide gleichzeitig. Das Kuriose dabei ist, dass die Nostalgie-Version langfristig eines der wichtigsten Spiele von Jagex ist. Denn dieses Spiel ist auch heute im Jahr 2026 noch aktiv und hat erst vor kurzem ein großes Update bekommen. Heutzutage gibt es Raids, Quests und sogar neue Skills. Beide Spiele laufen parallel.
Der nächste große Schritt von Old School RuneScape kam im Jahr 2018 mit dem Release auf iOS und Android. Diese Version brachte vollen Cross-Platform-Fortschritt, also konnte man denselben Account auf PC und Mobile haben. Später folgte im Jahr 2021 RuneScape auf Mobile. Damit lässt sich ein ursprünglich für Browser-PCs gebautes MMO plötzlich problemlos auf Smartphones spielen.
Kartenspiele, Idle Games und Melvor – RuneScape experimentiert
Im Laufe der Zeit experimentierte Jagex mehrfach mit anderen Genres, aber viele dieser Projekte sind heute fast vergessen. Den ersten Versuch machte DarkScape im Jahr 2015. Dabei handelte es sich um eine alternative RuneScape Version, die deutlich stärker auf PvP ausgelegt war. Das Spiel basierte auf RuneScape, aber hatte ein härteres Spielkonzept. Jedoch blieb das Spiel nicht lange bestehen und wurde bereits 2016 wieder eingestellt.
Dann erschien im Jahr Chronicle: RuneScape Legends. Dabei handelte es sich um ein digitales Kartenspiel, in dem sich Spieler Decks mit bekannten Figuren und Kreaturen aus dem Spiel zusammenstellt. Doch das Spiel hatte einen ungewöhnlichen Ansatz, denn man kämpft sich teilweise durch seine eigenen Karten, also ist es nicht einfach eine Hearthstone-Kopie. Jedoch war das Spiel kein dauerhafter Erfolg und die Server wurden schließlich am 6. August 2018 abgeschaltet.
Im Jahr 2016 erschien außerdem ein offizieller RuneScape-Idle-Ableger, der gemeinsam mit Hyper Hippo entwickelt wurde. Das Spiel trug den Namen RuneScape: Idle Adventures und es handelt sich um ein Idle-/Incremental-RPG. Im Spiel hatte man die RuneScape-Progression in stark vereinfachter Form. Jedoch hat dieses Experiment langfristig nicht funktioniert und die Entwicklung wurde 2017 eingestellt und die Server wurden am 15. Mai 2017 abgeschaltet.
Doch es gab noch ein zweites Projekt, welches ursprünglich nicht mal von Jagex entwickelt wurde und zwar Melvor Idle. Entwickelt wurde das Spiel von Brendan Malcolm, dem Gründer von Games by Malcs. Die Entwicklung des Spiels begann 2018. Malcolm selbst ist ein RuneScape-Spieler. Im Spiel hat man die gleichen Skills wie in RuneScape als Holzfällen, Fischen, Kochen, Mining, Kämpfen und vieles mehr. Die Progression erinnert extrem stark an RuneScape, aber die meisten Tätigkeiten laufen ohne permanente Aufmerksamkeit.
Das Konzept des Spiels hat so gut funktioniert, dass später Jagex selbst Publisher des Spiels wird, nachdem ihr eigenes Idle Game gescheitert ist. Entdeckt hatte Jagex das Spiel 2020, wo das Spiel schon mehr als 600.000 Downloads hatte. Seit dem November 2021 ist das Spiel aus dem Early Access und zu dem Zeitpunkt hatte das Spiel bereits mehr als eine Millionen Spieler auf PC und Mobile. Mit der Zeit bekam das Spiel insgesamt 3 Erweiterungen und ein zweites Spiel ist in Arbeit.
Dragonwilds macht aus RuneScape schließlich ein echtes Multi-Genre-Franchise
RuneScape Dragonwilds war der nächste Versuch von Jagex, das RuneScape-Universum auch zu anderen Formen von Spielen zu bringen. Dragonwilds ist direkter Teil des RuneScape-Universums, aber ein komplett neues und eigenständiges Spiel. Hierbei handelt es sich um kein MMORPG, sondern um ein Survival-Crafting-Open-World-Spiel, welches man sogar im Koop spielen kann.
Der Early Access des Spiels startete am 15. April 2025 auf Steam. Entwickelt wurde das Spiel in der Unreal Engine 5 und man befindet sich auf dem Kontinent Ashenfall. Man kann das Spiel entweder alleine oder im Koop mit bis zu 4 Spielern spielen. Die Skills bleiben der Kern des Spiels, viele Skills wie Mining, Holzfällen und mehr kann man wie auch in RuneScape bis Level 99 verbessern. Das heißt, man hat die klassische RuneScape-DNA in einem neuen Genre.
Im Spiel hat man die klare RuneScape-DNA mit der Progression über Skills. Man findet bekannte Kreaturen, Begriffe und den gleichen Humor. Man levelt seine Skills durch das Benutzen von Fähigkeiten. Außerdem gibt es Magie und Tränke, durch die man schneller und effektiver leveln kann. Das heißt Zaubern ist nicht nur für Kämpfe, sondern auch als Survival-Werkzeug relevant. Außerdem kämpft man in verschiedenen Regionen gegen verschiedene Gegner und Bosse. Die Lore handelt, wie es der Name des Spiels sagt, viel um Drachen.
RuneScape Dragonwilds hatte einen sehr erfolgreichen Early Access mit mehr als einer Millionen Verkäufen. In der Zeit kamen verschiedene große Gebiete dazu wie Fellhollow, Dowdun Reach und im letzten großen Update vor dem Release Umbral Sands. Außerdem kamen einige neue Skills, Bosse und das Level-Cap bis Level 99. Außerdem kamen Dedicated Server, auf denen man sogar mit bis zu 6 Spielen spielen kann.
In wenigen Tagen erscheint am 15. September 2026 Version 1.0 von RuneScape Dragonwilds. Das heißt, das Spiel verlässt nach etwas über einem Jahr den Early Access. Doch das ist noch nicht das Ende des Spiels. Auch nach dem Release sollen noch neue Updates mit neuen Gebieten und mehr. Außerdem erscheint das Spiel dann auch auf der PlayStation 5, Xbox Series und der Nintendo Switch 2. Somit ist Dragonwilds das erstmal ein RuneScape Spiel auf Konsolen. Zusätzlich ist das Spiel zum Launch direkt im Xbox Game Pass verfügbar. PS Plus Extra/Premium ist ebenfalls angekündigt.
Mit dem Release kommt auch Scorned Wilderness als neuer großer Inhalt zum Full Release. Das Update bringt den Scorned Wilderness Raid und den Kampf gegen Kuldra wodurch der bisherige große Story-Bogen abgeschlossen wird. Jagex plant Dragonwilds langfristig weiterzuführen.
Fazit: Nach 25 Jahren beginnt RuneScape gerade erst, ein Franchise zu werden
RuneScape hat in den vergangenen 25 Jahren eine Entwicklung hinter sich, die 2001 wohl kaum jemand erwartet hätte. Aus einem kleinen Browsergame der Gower-Brüder wurden mit RuneScape 3 und Old School RuneScape zwei bis heute aktive MMORPGs. Gleichzeitig hat Jagex immer wieder versucht, die Ideen hinter RuneScape in andere Genres zu übertragen.
Nicht jeder dieser Versuche war erfolgreich. Spiele wie Chronicle oder RuneScape: Idle Adventures sind längst wieder verschwunden. Mit Melvor Idle hat sich aber gezeigt, dass die typische RuneScape-Progression auch außerhalb eines MMORPGs funktionieren kann. Dragonwilds geht jetzt noch einen Schritt weiter und überträgt Skills, Kreaturen, Humor und die Welt von RuneScape in ein Survival-Spiel.
Damit könnte das 25. Jubiläum weniger ein Abschluss als vielmehr der Beginn einer neuen Phase sein. RuneScape war lange vor allem der Name eines einzelnen MMORPGs. Mit Dragonwilds und weiteren Projekten entwickelt es sich zunehmend zu einem Franchise, das auch unabhängig vom ursprünglichen Spiel funktionieren kann.
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