In unserem Pixel Sundays Artikel dieser Woche geht es um das wohl größte Strategie Franchise der Geschichte. Es geht um die Grand-Strategy-Reihe von Paradox Interactive mit historischem Fokus und hoher Tiefe. Es geht natürlich um das Europa Universalis, ein Spiel, das hunderte Jahre Geschichte simuliert.
Zusammenfassung
- Ursprung und frühe Spiele – Vom Brettspiel zum Videospiel
- Haupt-Reihe & Meilensteine – Europa Universalis II, III, IV
- Mechaniken, Innovationen & DLC-Modell in EU4
- Fokus auf Europa Universalis V – Alles, was wir derzeit wissen
- Fazit & Ausblick – Wohin geht die historische Reise der Reihe?
Die Geschichte von Europa Universalis (EU) ist lang, dabei nicht nur die Geschichte, die man im Spiel selbst simuliert, sondern auch die Geschichte des Franchises. In wenigen Tagen erscheint das neueste Spiel der Serie Europa Universalis 5 mit noch mehr Tiefe und einer längeren Zeitspanne als im Vorgänger. Alles über das Franchise und natürlich auch EU5 erfährst du hier.
Ursprung und frühe Spiele – Vom Brettspiel zum Videospiel
Angefangen hat es im Europa Universalis Franchise nicht mit einem Videospiel. Das erste war ein geopolitisches Strategiespiel von Philippe Thibaut aus dem Jahr 1993. Das Spiel deckt die Zeitspanne von 1492 bis 1792 ab. Ausgelegt war dieses Spiel für sechs Spieler, aber es gab auch Varianten für fünf Spieler. Das Spiel hat eines der umfangreichsten Regelwerke, die englische Übersetzung hatte 154 Seiten und die Spielzeit kann bis zu mehreren Tagen oder sogar Wochen dauern. Jeder Spieler verkörpert eine europäische Großmacht wie Spanien, Frankreich, England, das Osmanische Reich, Portugal/Russland, Venedig/Holland und jedes Land hat eigene Spezialregeln, Ereignisse und Siegesbedingungen.
Dann hatte sich Paradox Development Studio die Rechte an dem Spiel besorgt und veröffentlichte im Jahr 2000 das erste Videospiel zu Europa Universalis. Das Spiel basierte auf der Vorlage des Brettspiels von Philippe Thibaut. Auch das Spiel deckte die Zeit von 1492 bis 1792 ab. Das Spiel ist nicht rundenbasiert, sondern läuft die ganze Zeit, außer du drückst Pause. Du kannst die Kontrolle über eine von mehreren europäischen Großmächten übernehmen und deine Macht durch Kolonisation, Handel, Diplomatie, Technologie und militärische Aktionen ausbauen. Die Karte ist in etwa 1.500 Provinzen unterteilt mit verstecktem “terra incognita“, welches man durch Kolonisierung erkunden muss.
Du wählst am Anfang des Spiels eine europäische Nation aus und übernimmst deren Führung. Dabei verwaltest du Diplomatie, Handel, Krieg und Technologie des Landes. Über Kolonisation und Exploration kannst du neue Gebiete entdecken und besiedeln. Mit Technologie- und Handels-Mechaniken kannst du dein wirtschaftliches Wachstum und Einfluss erhöhen. Außerdem gibt es auch noch Religion, welche Unruhe erzeugen kann und die Stabilität deines Landes.
Mit Europa Universalis legte Paradox den Grundstein für die Marke und zeigte, dass historisch orientierte Grand-Strategy-Spiele einen Platz auf dem Markt haben. Ein so komplexes Brettspiel zu einem Computerspiel zu machen war damals ein sehr ambitionierter Plan und wurde von Paradox mit Bravour umgesetzt. Paradox setzte auf die Tiefe und markierte mit dem Spiel den Beginn einer langen Serie von Titeln.
Haupt-Reihe & Meilensteine – Europa Universalis II, III, IV
Gehen wir jetzt einmal im Schnelldurchlauf alle bisherigen Spiele der Hauptreihe durch, mit Fokus auf neuen Features und den großen Veränderungen. Europa Universalis II erschien 2001 und deckte die Zeit von 1419 bis 1820 ab. In dem Spiel kann man über hundert Nationen wählen und nicht mehr nur Großmächte. Außerdem treten Religion, Kultur und deren Konflikte sichtbar in Erscheinung. Dazu kommen dann auch noch neue Szenarien wie Age of Discovery oder die Amerikanische Revolution.
Im Vergleich zum Vorgänger wurde das Spektrum des Spiels deutlich erweitert durch mehr Nationen, mehr Spielraum und eine stärkere Einbindung von weniger zentralen Regionen. Es wurden auch die Tutorials verbessert, was eine steilere Lernkurve mit sich brachte, da das Spiel doch recht komplex war. Im Spiel kamen auch Religionen wie Buddhismus, Konfuzianismus und Hinduismus hinzu, wodurch das Spiel ein globales Setting bekam. Es war auch schwerer, einfach global zu dominieren.
Dann kam im Jahr 2007 Europa Universalis III. In der Standardversion deckt das Spiel den Zeitraum von 1453 bis 1789 ab. Mit der Erweiterung Napoleon’s Ambition geht das Spiel bis 1821 und mit Nomine startet es 1399. Das Spiel hat noch mehr spielbare Nationen mit über 250, welche alle historisch sind. Insgesamt gibt es rund 1700 Provinzen inklusive Seegebieten. Dazu kamen in dem Spiel Regierungssysteme, nationale Ideen und Inflation.
Mit dem Spiel wurde die Clausewitz Engine von Paradox eingeführt. Die Karte wurde 3D und deutlich technischer als vorher. Du kannst noch mehr Entscheidungen treffen und hast größere Freiheiten in deinem Gameplay. Mit dem Spiel wurde es leichter gemacht, die Textdateien zu bearbeiten, wodurch eine aktive Modding-Community entstand. Es gab also viele Mods, welche große Beliebtheit bekamen.
Europa Universalis IV ist der letzte Titel, der erschienen ist. Das Spiel erschien am 13. August 2013. Das Spiel startet typischerweise im Jahr 1444 nach der Schlacht bei Warna und endet 1821. Man kann aber theoretisch zu jedem Zeitpunkt starten. Insgesamt gibt es über 800 historisch existierende Nationen sowie weitere formbare Staaten. Dazu gibt es eine neue 3D-Karte, erweiterte Diplomatie und ein überarbeitetes Handelssystem.
EU4 verwendet die Clausewitz Engine 2.5, dadurch gibt es moderne Technik und eine bessere Stabilität im Spiel. Der Fokus des Spiels liegt vor allem auf Qualität, Zugänglichkeit und Stabilität. Paradox betonte, dass der Start stabiler sein sollte als bei den Vorgängern. Das Spiel hat bis zum Mai 2024 noch neue DLCs und Updates bekommen, diese Erweiterungen brachten neue Mechaniken oder veränderten einige Nationen, sodass sie näher an der historischen Geschichte waren.
EU4 brachte außerdem ein neues Missions-System, welches einem historische Ziele für sein Land gezeigt hat. Dadurch hatte man mit jedem Land ein Ziel, auf das man hinarbeiten konnte. Das Spiel erhielt sehr gute Kritiken. Der Einstieg war zwar eher schwer, da das Spiel recht komplex war, es hat sich aber für die Spieler sehr belohnend angefühlt.
Außerdem gab es noch ein Spin-off Europa Universalis: Rome aus dem Jahr 2008. Es ist kein Teil der Haupt-Nummerierung, doch sollte trotzdem erwähnt werden. Das Spiel beschäftigt sich mit der Zeit des Römischen Reiches. Paradox zeigte sich damit, dass man ihr Konzept auch weiter strecken kann mit dieser neuen Variante. Doch das Spiel war bei den Spielern und Kritikern nicht ganz so beliebt, weswegen es eher seltener erwähnt wird.
Mechaniken, Innovationen & DLC-Modell in EU4
Sprechen wir jetzt ein wenig mehr im Detail über die Mechaniken in Europa Universalis 4. Da es so viele Mechaniken gibt, ist es schwer irgendwo anzufangen, doch wir starten mal bei der Diplomatie. Du kannst als dein gewähltes Land Bündnisse schließen, Vasallen schließen, tributpflichtige Staaten haben, Einfluss nehmen und vieles mehr. Ohne Verbündete bist du in den meisten Fällen aufgeschmissen und wirst in Kriegen überrannt.
Kriege kannst du mit anderen Ländern führen, wenn du Anspruch erhoben hast, dadurch kannst du mehr Land, Gold oder Machtprojektion bekommen. In einem Krieg kannst du aber nicht einfach ein ganzes riesiges Land für dich nehmen, da dann all deine Nachbarstaaten unruhig werden und eine große Militärkoalition gegen dich schließen können. Für den Kampf gibt es verschiedene Einheitentypen (Infanterie, Kavallerie und Artillerie), welche alle zusammen arbeiten. In den Kämpfen wird zusätzlich vom Spiel gewürfelt, also hängen Schlachten auch ein wenig vom Zufall ab.
Ein weiteres Feature sind die Religionen, es werden später große Religionskriege geführt zwischen den Protestanten und Katholiken sowie Kreuzzügen der Katholischen Kirche. Man kann andere Länder zu seiner Religion konvertieren und Boni für seine Religion erhalten. Es gibt Features wie die Papstwahl und religiöse Reformen, die sich auf alle mit dem gleichen Glauben auswirken. Außerdem wurde ein Institutionensystem eingeführt, wenn man viel Entwicklung und technologischen Fortschritt hat, können diese bei dir erscheinen. Durch diese werden Forschungen billiger und mit der Zeit kommen sie auch zu anderen Ländern und breiten sich aus.
Und das alles hier ist nur die Spitze des Eisberges, denn es gibt noch so viel mehr. Man sieht hier sofort eine unfassbar hohe Spieltiefe, welche leider auch eine Einstiegshürde für viele sein kann. Um viele Systeme des Spiels so richtig zu verstehen, kann man gut 100 Stunden investieren und selbst dann weiß man nicht einmal alles. Vieles wird auch nicht direkt im Tutorial erklärt, sondern man muss es selbst oder mithilfe des Wiki herausfinden. Doch 154 Seiten Anleitung will man natürlich auch nicht lesen, deswegen bleiben natürlich einige Fragen offen.
Man darf in dem Spiel auch nicht nur kurzfristig strategisch agieren, man muss sich Ziele setzen und über Jahrhunderte planen. Man muss bestimmte Provinzen entwickeln, technologische Fortschritte machen und seinen globalen Einfluss steigern. Dabei ist ein Krieg nicht spielentscheidend. Es gibt also insgesamt einen hohen Anspruch an Dingen zu lernen, aber die Belohnung ist sehr gut, da man stetig besser wird. Durch die Tiefe des Spiels kann man das Spiel auch für tausende Stunden spielen, ohne dass es langweilig wird, da es immer weitere Herausforderungen für einen gibt.
Ein wichtiger Aspekt in EU4 ist das Geschäftsmodell, denn im Laufe der Jahre hat das Spiel mehr als 74 Erweiterungen bekommen, davon bieten über 20 neue Inhalte und Mechaniken im Spiel selbst, wie Events oder historische Veränderungen von Ländern. Einige davon verändern nur das Aussehen und manche bieten QoL-Updates wie ein verbessertes Herstellung-Menü. Doch alle diese DLCs zusammen sind natürlich recht teuer, weswegen Paradox ab März 2021 ein neues Abo-Modell eingeführt hat. Mit diesem kann man sich ganz einfach alle DLCs mieten. Zu Beginn für 5€ pro Monat, doch der Preis ist auf 8€ monatlich gestiegen. Wenn man sich die DLCs für einen längeren Zeitraum mietet, wird’s aber billiger. Dies ist für alle gut, welche das Spiel nur für einige Monate wieder aktiv spielen und nicht gleich mehrere hunderte von Euros für alle DLCs ausgeben wollen.
Auch die Community von EU4 war sehr engagiert sowohl im Modding als auch im Aufbau der Wikis. Es gibt Mods für neue Spielmechaniken, Karten, Nationen und mehr. Diese Fanbasis trägt wesentlich zur Langzeit-Lebenszeit des Spiels bei, durch Mods, Community-Events und Multiplayer-Kampagnen sowie Tutorials.
Fokus auf Europa Universalis V – Alles, was wir derzeit wissen
Jetzt geht es endlich um den neusten Teil der Reihe. Europa Universalis V. Dieses Spiel wurde am 8. Mai 2025 von Paradox Interactive angekündigt. Erscheinen wird EU5 am Dienstag, dem 4. November 2025. Das Spiel wird erstmal nur für den PC über Steam erscheinen.
EU5 startet im Jahr 1337 und beginnt damit früher als viele seiner Vorgänger. Die Spielzeit erstreckt sich über 500 Jahre bis 1836. Die Kartendarstellung ist nun deutlich umfangreicher mit genauerem Terrain und mehr Staaten. Außerdem gibt es wieder die Möglichkeit das Spiel in einer 2D Ansicht zu sehen. Auch der Handel hat sich stark verändert, es gibt jetzt verschiedene Handelsgüter und der Markt verändert sich dynamisch.
Auch neu ist das Bevölkerungs-System, statt nur Provinzen sieht man nun auch, wie viele verschiedene Bewohner in jeder Klasse dort leben. Davon hängt die ganze Produktion und weiteres ab. Außerdem kann man im Krieg zu Beginn oft nur das einfache Volk zu den Waffen rufen, diese Soldaten kämpfen schlecht und wenn sie im Kampf sterben fehlen Farmer, die sich um Essen kümmern. Das Essen ist wichtig für das Wachstum der Provinzen und Städte. Doch da es nun mit dem Handel und der Produktion etc. sehr viele neue Mechaniken gibt, gibt es die Möglichkeit vieles davon zu automatisieren, dann kümmert sich die KI um Importe und Exporte und man kann sich selbst auf anderes fokussieren.
Europa Universalis 5 wird für alle Spieler ein Neuanfang und wird auch Veteranen des Vorgängers zunächst durch die großen Veränderungen überfordern. Viele der Kernmechaniken wurden überdacht und komplett neu aufgesetzt. Deswegen haben viele Spieler hohe Erwartungen, doch die Angst bleibt bestehen, dass die Einstiegshürde sehr stark wird oder dass am Anfang noch nicht alles ordentlich gebalanced wird. Modding-technisch wird das Spiel vermutlich noch zugänglicher sein als der Vorgänger, was viele freuen sollte.
Das Spiel erscheint in zwei Editionen, der Standard- und der Premium Edition. Die Standard Edition beinhaltet nur das Spiel und mit der Premium Edition bekommt man die ersten vier DLCs. DLC Nummer eins gibt es direkt ab Tag Eins und die anderen kommen dann mit der Zeit kostenlos hinterher. Außerdem wurde schon von Paradox selbst vor Release ein 30 Minuten Video zum Spiel veröffentlicht, welches lediglich das UI erklärt. Also erwartet jeden Spieler ewig viele Stunden an Gameplay bis man sich reingefunden hat.
Fazit & Ausblick – Wohin geht die historische Reise der Reihe?
Die Europa Universalis Reihe ist eines der einflussreichsten Grand-Strategy-Franchises aller Zeiten. Mit allen Diplomatie-, Handels-, Kriegs- und Religions-Features wurde das Genre entscheidend geprägt. Die Community ist groß und treu und liebt die hohe Wiederspielbarkeit des Spiels.
Europa Universalis 5 kommt mit einer neuen Engine für eine bessere Performance und Darstellung. Das bevölkerungsbasierte System ersetzt die reine Provinz-Mechanik und bringt eine realistische, detaillierte Weltkarte. Durch neue Features kommt noch mehr Tiefe ins Spiel, doch Paradox will versuchen, es für alle zugänglich zu machen. EU5 kombiniert Erfahrungen aus 25 Jahren Grand-Strategy-Games und verfeinert sie. Es gibt Elemente aus der Viktoria-Reihe, Elemente aus Crusader Kings und natürlich viel aus Europa Universalis 4, was man in Europa Universalis 5 wiedererkennen kann.
Europa Universalis ist für jeden was. Egal ob man den Vorgänger gespielt hat oder es das erste Spiel der Reihe ist, jeder kann tausende Stunden an diesem Spiel verlieren. Wenn man auf Geschichte steht und sie komplett umschreiben will, kann man mit Europa Universalis eigentlich nichts falsch machen. Also ändere die Geschichte zu deinen Gunsten.
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