„Sie verstehen keine Kunst“: id Software-Veteran verurteilt Microsoft-Entlassungen


Wichtigste Erkenntnisse
  • Microsoft hat im Juli 2026 etwa die Hälfte der Belegschaft von id Software entlassen und über 130 Stellen in mehreren Abteilungen gestrichen.
  • Der Lead Services Programmer Chris Hays kritisierte öffentlich die Führung von Xbox und erklärte, das Unternehmen verstehe weder die Spieleentwicklung noch das erforderliche Geschäftsmodell.
  • Die Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) reichte beim National Labor Relations Board Klage ein, um die Rechtmäßigkeit der plötzlichen Entlassungen anzufechten.

Chris Hays kritisiert Microsoft wegen der Entlassungen bei id Software

Lead Services Programmer Chris Hays hat Microsoft nach dem massiven Personalabbau bei id Software offen kritisiert. Hays detaillierte die internen Auswirkungen bei einem kürzlichen Auftritt im Podcast Auf ein Bier. Der erfahrene Entwickler bestätigte, dass Microsoft im Juli fast die Hälfte des Studiopersonals entlassen hat.

Die Kürzungen erfolgten unmittelbar bevor id Software den Revelations-DLC für DOOM: The Dark Ages veröffentlichte. Hays beschrieb die plötzlichen Entlassungen als absolut demoralisierend für die verbleibenden Mitarbeiter. Das Management führte die Entlassungen durch kurze, anonyme digitale Anrufe durch.

Hays erklärte direkt, dass die Führungskräfte von Xbox die Spieleentwicklung grundlegend missverstehen. Der Programmierer argumentierte, dass das Unternehmensmanagement kurzfristige Finanzquartale über die langfristige Gesundheit des Studios stellt.

Kann id Software noch AAA-Spiele entwickeln?

id Software kann derzeit mit der reduzierten Belegschaft kein modernes AAA-Spiel in der Größenordnung von DOOM: The Dark Ages entwickeln. Chris Hays bestätigte, dass das Studio jetzt mit weniger Mitarbeitern arbeitet als während der Entwicklung von DOOM (2016), was eine Großproduktion ohne externe Unterstützung nahezu unmöglich macht.

Die Xbox-Führung hatte zuvor Erklärungen abgegeben, in denen behauptet wurde, das Studio habe genug Personal behalten, um den normalen Betrieb fortzusetzen. Hays wies diese unternehmerischen Zusicherungen ausdrücklich zurück. Er erklärte, dass Microsoft wesentliche Abteilungen ausgehöhlt hat, darunter das Infrastruktur-Team und wichtige Entwickler der hauseigenen Engine.

Der erfahrene Programmierer betonte, dass kritisches institutionelles Wissen über Nacht verschwunden ist. Das Studio verlor den spezifischen zwischenmenschlichen Zusammenhalt, der es dem Team zuvor ermöglichte, hochgradig optimierte Ego-Shooter effizient zu entwickeln.

Erfahrt hier mehr über die massiven Auswirkungen der Entlassungen bei Id Software auf die Studiogröße!

Game Pass und das fehlerhafte Geschäftsmodell von Xbox

Das Abonnement-Ökosystem schafft schwerwiegende Bewertungsprobleme für die internen Xbox-Studios. Hays merkte an, dass Microsoft stark auf Day-One-Veröffentlichungen im Xbox Game Pass drängt. Diese Plattformstrategie kannibalisiert naturgemäß die traditionellen Verkaufszahlen auf den PC- und Konsolenmärkten.

Das Unternehmensmanagement bestraft die Studios jedoch weiterhin für schlechte direkte Verkaufszahlen. Hays äußerte tiefe Frustration über diesen Widerspruch. Bethesda-Entwickler erhalten von Microsoft keine klaren Leistungskennzahlen oder greifbare Erfolgskriterien.

Hays erklärte, dass das frühere Management unter ZeniMax Media die Studios basierend auf dem Kritikerlob und der Gesamtqualität bewertete. Microsoft ersetzte diesen Standard durch undurchsichtige finanzielle Ziele. Das Unternehmen erwartet Blockbuster-Gewinne, während es gleichzeitig die Xbox-Spielerbasis darauf konditioniert, den Kauf einzelner Titel zu vermeiden.

Gewerkschaftliche Maßnahmen und die Zukunft von DOOM

Die verbleibenden Arbeiter bei id Software weigern sich, die aktuelle Situation passiv hinzunehmen. Das Studio gründete offiziell Ende letzten Jahres seine Gewerkschaft unter der Communications Workers of America (CWA). Das organisierte Komitee mobilisierte sich sofort, um gegen den Personalabbau im Juli vorzugehen.

Gewerkschaftsvertreter reichten beim National Labor Relations Board (NLRB) offizielle Beschwerden ein. Die Organisatoren argumentieren, dass Microsoft gegen das Arbeitsrecht verstoßen hat, indem diese Entlassungen durchgeführt wurden, ohne entscheidungsrelevante Verhandlungen aufzunehmen. Die CWA fordert, dass Microsoft Abfindungsbedingungen aushandelt und Rückrufrechte für die entlassenen Entwickler einführt.

Die zukünftige Entwicklung des DOOM-Franchises bleibt ungewiss. Microsoft konsolidierte die Bethesda-Roadmap, um sich vollständig auf etablierte Marken zu konzentrieren, aber id Software fehlt derzeit das interne Personal, um diese Aufträge auszuführen. Die Branche wartet nun auf das Ergebnis der laufenden NLRB-Untersuchung.


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